Wochenende in Lüneburg: Schwerer Verkehrsunfall und mehrere Gewalttaten erschüttern die Region

(Symbolbild)

Das Wochenende vom 12. bis 14. Juni brachte für die Polizei Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen mehrere schwere Vorfälle mit sich. Im Mittelpunkt stand ein schwerer Verkehrsunfall in Neuhaus sowie eine Serie von Körperverletzungen in Uelzen.

Der schwerste Vorfall ereignete sich am Samstagnachmittag gegen 16:00 Uhr in Neuhaus. Eine 21-jährige Fahrerin eines Postzustellfahrzeugs kam auf der Kreisstraße von Dellien kommend Richtung Neuhaus möglicherweise aufgrund von Witterungseinflüssen von der Fahrbahn ab. Ausgangs einer Rechtskurve geriet ihr VW Transporter auf regennasser Fahrbahn möglicherweise wegen starker Windböen nach links von der Straße ab. Das Fahrzeug kollidierte mit zwei Bäumen und drehte sich dabei um 180 Grad. Die 21-Jährige wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und zog sich schwere Verletzungen zu. Rettungskräfte versorgten sie vor Ort, anschließend wurde sie mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Tausend Euro.

In Uelzen kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu mehreren Körperverletzungen im Stadtgebiet. Am ZOB am Rathaus gerieten am Freitag um 23:00 Uhr ein 17-jähriger Berliner und ein 20-jähriger Uelzener aneinander. Nach einem Streitgespräch schlugen sie aufeinander ein, der 20-Jährige erlitt eine Platzwunde an der Lippe. Der Beschuldigte erhielt einen Platzverweis und eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Gegen Mitternacht wurde ein 22-jähriger Mann aus Kiel in der Fußgängerzone von vier Männern angegriffen. Das Opfer wurde ins Gesicht geschlagen und erlitt Nasenbluten. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Um 02:20 Uhr kam es vor einer Kneipe in der Gudesstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Personen. Ein 24-jähriger Mann aus Bad Bevensen und ein 29-jähriger Mann aus Emern gerieten zunächst in Streit. Die Situation eskalierte und der 29-Jährige wurde mehrfach ins Gesicht geschlagen. Später schlug eine weitere unbekannte Person das Opfer von hinten gegen den Kopf.

Gegen 03:00 Uhr verfolgte ein 17-jähriger Jugendlicher einen 20-jährigen Uelzener mit seinem Fahrrad bis in die Groß Liederner Straße. Dort fuhr der Jugendliche seinem Kontrahenten zunächst von hinten in die Beine und schlug ihn dann in den Bauch. Beide waren zuvor verbal auf einer Party aneinandergeraten. Das Opfer konnte auf ein angrenzendes Grundstück flüchten und die Polizei verständigen.

Beim Beach-Soccer-Turnier kam es in der Nacht zu Sonntag zwischen einem 28-jährigen Mann und zwei Security-Mitarbeitern am Einlass des Festzeltes zu einem verbalen Streit. Der Mann beleidigte die Mitarbeiter, woraufhin eine körperliche Auseinandersetzung folgte. Der 28-Jährige wurde niedergeschlagen und musste zur weiteren Behandlung ins Klinikum Uelzen gebracht werden. Entsprechende Verfahren wegen Beleidigung und Körperverletzung wurden eingeleitet.

Darüber hinaus ereigneten sich mehrere Angriffe auf Einsatzkräfte. Am Samstagmorgen gegen 04:00 Uhr warf eine 58-jährige Frau während eines Rettungsdiensteinsatzes im Bereich des Stintmarktes mit einer Flasche auf die Einsatzkräfte. Während der Sachverhaltsaufnahme beleidigte und bedrohte die Frau die eingesetzten Polizisten und versuchte, einen weiteren Beamten mit einer Tasche zu schlagen. Einem ausgesprochenen Platzverweis kam sie nicht nach und wurde daher in Gewahrsam genommen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden diverse Fahrzeuge im Lüneburger Stadtgebiet durch Zerkratzen des Lacks beschädigt. Motorhaube und Fahrzeugtüren wurden zerkratzt, in den Lack aller Fahrzeuge wurden verfassungswidrige Symbole gekratzt. Am Samstagabend gegen 20:45 Uhr konnte eine Zeugin eine männliche Person dabei beobachten, wie dieser auf dem Gelände der Universität einen Wagen zerkratzte. Der Mann entfernte sich mit einem Fahrrad vom Tatort und konnte durch die eingesetzten Kräfte nicht mehr gefunden werden.

Weitere Vorfälle betrafen Alkohol- und Drogendelikte im Straßenverkehr. Am Freitagnachmittag gegen 15:30 Uhr stellte eine Streifenwagenbesatzung bei einer Verkehrskontrolle in der Straße Hinter der Saline fest, dass ein 62-jähriger E-Scooter-Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Bei ihm wurde eine Blutentnahme durchgeführt und die Weiterfahrt untersagt.

Am Freitagabend gegen 18:15 Uhr fiel einem Verkehrsteilnehmer ein Wagen in der Konrad-Adenauer-Straße durch deutliche Fahrauffälligkeiten auf. Die Polizei konnte das Fahrzeug anhalten und kontrollieren. Der 45-jährige Fahrer stand unter Alkoholeinfluss. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,66 Promille. Der Führerschein wurde sichergestellt und ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet.

Ein 59-jähriger Uelzener wollte mit seinem Fahrrad trotz Absperrung während des AZ-Laufes in die Lüneburger Straße fahren. Er konnte unmittelbar vor dem Queren des Teilnehmerfeldes durch die Polizei gestoppt werden. Der Mann wollte nicht einsehen, dass die Fahrbahn gesperrt war und fing an zu diskutieren. Bei dem Streitgespräch wurde Atemalkohol festgestellt. Da er nicht mehr in der Lage war, einen Alkoholtest durchzuführen, wurde eine Blutentnahme durchgeführt und ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet.

In Lüchow versuchten unbekannte Täter in der Nacht auf Samstag, in eine Gaststätte an der Langen Straße einzubrechen. Die Unbekannten brachen zwischen 00:00 Uhr und 14:00 Uhr eine Holztür zu einem kleinen Hinterhof auf. Anschließend versuchten sie, die Stahltür zu den Räumlichkeiten gewaltsam zu öffnen, was jedoch nicht gelang. Die Polizei bittet Zeugen, sich beim Polizeikommissariat Lüchow unter 05841 122-215 zu melden.

Weitere Vorfälle betrafen Branddelikte. Am Freitagabend gegen 21:30 Uhr wurde ein Papierspender in einem WC im Kurpark in Brand gesetzt. Die Feuerwehr löschte den Brand. In Hitzacker geriet am Samstagnachmittag vermutlich aufgrund eines technischen Defekts ein Motorrad in einer Garage an der Straße De Breede Stieg in Brand. Anwohner bemerkten gegen 16:20 Uhr Rauch aus der Garage und verständigten den Eigentümer und die Feuerwehr. Der Eigentümer begann das brennende Suzuki-Motorrad zunächst mit dem Gartenschlauch zu löschen, bevor die Feuerwehr eintraf und die Flammen vollends löschte. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein Defekt an einem Batterieladegerät brandursächlich gewesen sein. An der Garage entstand vermutlich kein Schaden, der Sachschaden am Motorrad beläuft sich auf mehrere Hundert Euro.

Zu möglichen Verursachern der Brandstiftung im Kurpark und der Sachbeschädigungen nimmt die Polizei Lüneburg unter der Telefonnummer 04131-6072215 Hinweise entgegen.

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