Die US-Aktienmärkte haben am Freitag deutliche Verluste verzeichnet, nachdem Marktteilnehmer mit dem Verlauf von Donald Trumps China-Reise unzufrieden zeigten. Angesichts anhaltender Unsicherheiten gaben alle großen Aktienindizes kräftig nach.
Der Dow Jones fiel um 1,1 Prozent auf 49.526 Punkte, während der technologielastige Nasdaq-100 um 1,5 Prozent auf 29.125 Punkte absackte. Der breit aufgestellte S&P 500 verlor 1,2 Prozent und schloss bei 7.409 Punkten.
Obwohl Trump in Peking überaus freundlich empfangen wurde, blieben wesentliche Streitpunkte zwischen beiden Ländern ungelöst. Nach Trumps Angaben wurde über die Frage von gegenseitigen Strafzöllen angeblich gar nicht gesprochen. Stattdessen flammte mit Taiwan wieder ein alter Konflikt auf: China untermauerte seinen Anspruch auf die Insel, während Trump den geplanten Verkauf militärischer Güter an Taiwan infrage stellte.
Besonders beunruhigend für die Märkte ist die Taiwan-Frage, da ein möglicher Krieg um die Insel das Letzte wäre, was die halbleiterabhängigen Märkte gebrauchen könnten. Die Spannungen spiegelten sich auch im Ölpreis wider: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 109,50 US-Dollar – ein kräftiger Anstieg um 3,6 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Der steigende Ölpreis verstärkt die Sorgen vor einer weiteren Inflation. An den Aktienmärkten geht deshalb das Zinsgespenst um, da die US-Notenbank früher oder später auf anhaltende Teuerung mit Zinserhöhungen reagieren müsste – was als Gift für den Aktienmarkt gilt.
Während Öl und Aktien unterschiedliche Richtungen einschlugen, war Gold stark im Rückwärtsgang: Eine Feinunze kostete am Abend 4.542 US-Dollar, ein Minus von 2,3 Prozent. Das entspricht einem Preis von 125,62 Euro pro Gramm.
Am Devisenmarkt schwächelte der Euro: Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Freitagabend 1,1624 US-Dollar. Umgekehrt war ein Dollar für 0,8603 Euro zu haben.