Die Europäische Union will Armenien mit einem umfassenden Unterstützungspaket gegen neue wirtschaftliche Beschränkungen durch Russland helfen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte die Maßnahmen nach einem Telefonat mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan am Donnerstag an.
Das EU-Hilfspaket umfasst eine sofortige finanzielle Unterstützung von über 50 Millionen Euro. Von der Leyen begründete die Hilfe damit, dass Moskau durch die Ausweitung der Ausfuhrbeschränkungen für armenische Produkte die wirtschaftlichen Beziehungen als Mittel zur Ausübung politischen Drucks nutze.
Zusätzlich zur finanziellen Hilfe will die EU den Handel mit bestimmten armenischen Produkten erleichtern, insbesondere im Agrarbereich. Praktische Unterstützung ist auch für betroffene Sektoren wie den Blumenexport vorgesehen. Russland hatte kürzlich die Einfuhr armenischer Blumen mit fragwürdigen Vorwürfen eingeschränkt. Als Zeichen der Solidarität ist eine Lieferung von 10.000 Blumen für Freitag nach Lettland geplant.
Langfristig bekräftigte von der Leyen das europäische Engagement für die Umsetzung der im jüngsten Gipfel in Jerewan vereinbarten Partnerschaft zur Konnektivität. Die Wiedereröffnung von Handelsrouten mit der Türkei, einschließlich der Eisenbahnverbindung durch Georgien und die Türkei, bezeichnete sie als bedeutenden Fortschritt. Armenien habe das Potenzial, ein strategisches Drehkreuz zu werden, das Europa, den Südkaukasus und Zentralasien verbindet. Die EU sei bereit, Armenien bei Infrastruktur und Grenzübergängen zu unterstützen, während sich die regionalen Verbindungen wieder öffnen.