Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen verzeichnete 2025 insgesamt 8.621 Verkehrsunfälle – ein Anstieg von 2,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr (8.392 Unfälle). Dabei starben 15 Menschen bei 14 tödlichen Verkehrsunfällen auf den Straßen der drei Landkreise, wie Polizeidirektor Oliver Suckow bei der Vorstellung der Jahresstatistik mitteilte.
Trotz der gestiegenen Gesamtzahl zeigt sich bei schweren Unfällen ein positiver Trend: Mit 15 Todesopfern wurde der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht. Nur 2024 starben mit acht tödlichen Verkehrsunfällen weniger Menschen. Den Schwerpunkt bildete der Landkreis Lüneburg mit zehn tödlichen Unfällen, gefolgt von Uelzen mit drei und Lüchow-Dannenberg mit einem Todesfall.
Erstmals seit Jahren sanken die Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten unter die 200er-Marke: 190 Unfälle bedeuteten einen Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2024 (200 Unfälle) und markieren einen neuen Zehn-Jahres-Tiefststand. Bereits seit 2017 ist hier ein rückläufiger Trend zu beobachten. Bei Leichtverletzten stiegen die Zahlen hingegen um 5,22 Prozent auf 1.190 Unfälle.
Als typisch für die ländliche Region erweisen sich Wildunfälle: 2.331 Kollisionen mit Tieren bedeuteten einen leichten Anstieg von 2,01 Prozent und machten 27,04 Prozent aller Unfälle aus. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist sogar fast jeder zweite Verkehrsunfall (43,55 Prozent) eine Wildkollision. Positiv entwickelten sich die Baumunfälle mit einem Rückgang von 177 auf 161 Fälle.
Problematisch bleibt die hohe Zahl der Unfallfluchten: 2.034 Fälle bedeuteten erneut einen Anstieg gegenüber 2024 (1.992). Fast jeder vierte Unfall (23,59 Prozent) ist mittlerweile eine Fahrerflucht. Die Aufklärungsquote liegt bei 45,03 Prozent.
Deutlich gestiegen sind Unfälle unter Alkoholeinfluss: 148 Fälle bedeuteten einen Anstieg von 8,03 Prozent (2024: 137). Dagegen sanken folgenlose Fahrten unter Betäubungsmittel- oder Medikamenteneinfluss drastisch um 51,62 Prozent auf 209 (2024: 432). Folgenlose Alkoholfahrten gingen leicht auf 280 zurück (2024: 302).
Bei motorisierten Zweirädern verzeichnete die Polizei einen erfreulichen Rückgang: 97 Motorradunfälle (über 125 Kubikzentimeter) gegenüber 104 im Vorjahr. Dennoch starben drei motorisierte Zweiradfahrer in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Die Zahl schwerverletzter Motorradfahrer sank von 42 auf 28. Problemstrecken bleiben die Bundesstraße 195 im Amt Neuhaus, die Spitzkehre in Alt Garge und die Kreisstraße 53 zwischen Lüneburg und Echem.
Dramatisch entwickelten sich Unfälle mit Pedelecs: Ein Anstieg um 24,32 Prozent auf 230 Unfälle (2024: 185) spiegelt die wachsende Beliebtheit der Elektrofahrräder wider – bereits jedes zweite neu gekaufte „Fahrrad“ ist ein Pedelec. Bei herkömmlichen Fahrrädern stagnierten die Zahlen bei 447 Unfällen. Zwei Fahrradfahrer starben bei Kollisionen mit Kraftfahrzeugen.
Besonders auffällig ist der Boom bei E-Scootern: Obwohl es in den drei Landkreisen keine Miet- oder Verleih-Anbieter gibt, stiegen die Unfälle mit Elektro-Kleinstfahrzeugen um 81,36 Prozent auf 107 (2024: 59). Erfreulich: Keine tödlichen Unfälle und nur sechs Fälle mit Schwerverletzten.
Zu den Hauptunfallursachen 2025 gehörten Vorfahrtsverstöße, zu geringer Abstand und Abbiegefehler. Besonders problematisch: Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit stiegen erneut auf 269 (2024: 225).
Für 2026 kündigte die Polizei verstärkte Kontrollen bei Fahrtüchtigkeit an – auch mit Blick auf die Cannabis-Legalisierung. Schwerpunkte bleiben Geschwindigkeitskontrollen an Unfallschwerpunkten und schützenswerten Einrichtungen wie Schulen und Kitas, die Bekämpfung von Ablenkung durch elektronische Geräte sowie besondere Aufmerksamkeit für ältere Verkehrsteilnehmer und Radfahrer. Die inspektionsübergreifende Arbeitsgruppe „Poser“ wird ihre Kontrollaktionen fortsetzen und das Format „Tuning Talk“ weiterführen. Präventionsprogramme wie „Fit mit dem Pedelec“ für über 65-Jährige werden in Zusammenarbeit mit Verkehrswacht und ADFC ausgebaut.