Die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe im Nahen Osten gerät zunehmend unter Druck. Während US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Donnerstag ankündigte, alle amerikanischen Militärressourcen in der Region zu belassen, führte Israel massive Angriffe auf den Libanon durch, bei denen nach libanesischen Angaben mehr als 250 Menschen getötet wurden.
Trump erklärte, dass Schiffe, Flugzeuge und Militärpersonal der USA zusammen mit zusätzlicher Munition und Waffen in der Region stationiert bleiben, bis ein „echtes Abkommen“ vollständig eingehalten werde. Gleichzeitig bereite sich das US-Militär auf seine „nächste Eroberung“ vor und ruhe sich aus, um für zukünftige Einsätze bereit zu sein.
Bei den israelischen Angriffen im gesamten Libanon kamen libanesischen Angaben zufolge mehr als 250 Menschen ums Leben. Allein in der Hauptstadt Beirut starben demnach mehr als 90 Menschen. Die Hisbollah reagierte mit Raketenangriffen auf Nordisrael während der Nacht.
Unklarheit herrscht über die Einbeziehung des Libanon in die vorübergehende Waffenruhe. Während die USA und Israel dies verneinen, beharren der Iran und Pakistan darauf, dass der Libanon Teil der Vereinbarung ist.
Zusätzliche Spannungen entstehen durch die Situation in der Straße von Hormus. Der Iran hat den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge offenbar wieder eingestellt, obwohl die Öffnung eine der Hauptbedingungen der USA für die Waffenruhe war. Wann sich der Verkehr wieder normalisieren kann, bleibt ungewiss. Ab Freitag sollen in Islamabad Friedensgespräche stattfinden.