Welt & Deutschland: Das war die Woche 11.–17.05.2026 (KW 20)

via dts Nachrichtenagentur

UNICEF-Studie zum Kindeswohl

Deutschland landete in der diese Woche veröffentlichten UNICEF-Studie zum kindlichen Wohlbefinden auf Platz 25 im internationalen Vergleich und schnitt damit erneut unterdurchschnittlich ab. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen wertete dabei Indikatoren wie körperliche Gesundheit, Bildungsbeteiligung und seelisches Wohlergehen aus.

Bundespolitik

Eine Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ wies die AfD in dieser Woche bei 29 Prozent aus, die Union lag bei 22 Prozent. In einer weiteren Umfrage sprachen sich 47 Prozent der Befragten für ein Ende der schwarz-roten Koalition aus, 84 Prozent gaben an, sich große Sorgen um Deutschland zu machen. Bei einem Auftritt in Würzburg räumte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Kommunikationsprobleme der Regierung ein und kündigte an, der Bevölkerung „die Zukunftsangst nehmen“ zu wollen. Beim DGB-Bundeskongress am Dienstag in Berlin wurde der Kanzler mit Buhrufen und Gelächter empfangen. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verzichtete bei ihrer Rede auf Angriffe gegen Merz und verteidigte zudem ihre umstrittene Aussage im Bundestag, wonach niemand gezielt in deutsche Sozialsysteme einwandere.

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD endete am Dienstagabend nach rund sechs Stunden ohne konkrete Beschlüsse. Die geplante Entlastungsprämie von 1.000 Euro wurde nach dem Scheitern im Bundesrat endgültig aufgegeben; im Anschluss berieten die Spitzen über Alternativen. Die Union drängte parallel auf einen konkreten Zeitplan für eine Steuerreform bis 2027, der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf forderte ein „großes Reformpaket“ gemeinsam mit den Sozialpartnern. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) verteidigte eine höhere Verschuldung als Investitionshebel; der Stabilitätsrat warnte zugleich vor einer Überschreitung der Maastricht-Grenze. Klingbeil stoppte außerdem die geplante Anti-Geldwäsche-Behörde und setzt auf eine Zoll-Reform. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte schärfere Regeln gegen überteuerte Ticket-Weiterverkäufe an. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) ließ am Sonntag zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit die Regenbogenflagge am Bundestag hissen.

Bei der FDP zog Henning Höne seine Kandidatur für den Bundesvorsitz zurück, Wolfgang Kubicki kandidiert nun ohne Gegenkandidaten. In Baden-Württemberg wurde Cem Özdemir (Grüne) mit 93 von 112 Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt; die AfD-Fraktion hatte zuvor den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel für das Amt nominiert.

Wirtschaft

Die Inflationsrate stieg im April auf 2,9 Prozent. Das Statistische Bundesamt verwies auf gestiegene Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Die Großhandelspreise legten im April um 6,3 Prozent zu, der höchste Anstieg seit Februar 2023. Bundesbankpräsident Joachim Nagel forderte in vier Wochen eine Zinserhöhung.

Die Produktion in der energieintensiven Industrie liegt seit Beginn des Ukraine-Kriegs um 15,2 Prozent niedriger als zuvor, rund 50.000 Arbeitsplätze sind in diesem Segment verloren. Der VDA warnte vor einem Verlust von 225.000 Stellen in der deutschen Autoindustrie bis 2035. Das Ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau fiel von -19,3 auf -28,4 Punkte. Mercedes-Benz zieht laut Konzernchef Ola Källenius einen Einstieg in die Rüstungsproduktion in Erwägung. Das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung wird 2026 auf 59 Milliarden Euro steigen.

Lufthansa stockte ihre Beteiligung an ITA Airways für 325 Millionen Euro auf 90 Prozent auf. Der Discounter Mäc-Geiz stellte beim Amtsgericht Halle erneut Insolvenzantrag. Das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) bewertete die Gesamtlage trotz Nahost-Konflikt als stabil und sprach für das erste Quartal von einer Abschwächung. Die US-Aktienmärkte verzeichneten am Freitag Verluste, der Ölpreis stieg um 3,6 Prozent. Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland erreichten zuletzt über 200 Milliarden Euro.

Die Immobilienpreise stiegen im ersten Quartal 2026 bundesweit um 2,2 Prozent, in Hamburg um 4,9 Prozent. Bayern baute seine wirtschaftliche Spitzenposition aus, Baden-Württemberg verlor an Boden. Eine Auswertung des Start-ups Railwise ergab, dass die Bahn-Pünktlichkeit im Fernverkehr schlechter ist als offiziell ausgewiesen; die Deutsche Bahn startet zugleich ein Familienticket für 99,99 Euro in den Sommerferien.

Sicherheit und Bundeswehr

Generalinspekteur Carsten Breuer warnte, Russland könne die NATO spätestens 2029 militärisch testen. Das Deutsche Rote Kreuz forderte bis 2027 zwei Milliarden Euro zusätzlich für den Zivil- und Bevölkerungsschutz und verwies auf die gleiche Jahreszahl. Eine Krisenvorsorge nach Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kostet einen Haushalt im Schnitt rund 900 Euro. Kanzleramtschef Thorsten Frei und der Präsident des Bundesnachrichtendienstes reisten nach den jüngsten russischen Drohnenangriffen nach Kiew, wo Präsident Wolodymyr Selenskyj beide empfing. Rheinmetall und die Deutsche Telekom kündigten die gemeinsame Entwicklung eines Drohnen- und Sabotage-Schutzschilds für deutsche Infrastruktur an. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ließ einen 17-jährigen Syrer wegen des Verdachts der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags festnehmen. In Aachen erhielt der frühere EZB-Präsident und ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Draghi den Karlspreis; Merz sprach in seiner Rede von „Europas Machtmitteln“. Der frühere NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen forderte eine stärkere militärische Eigenständigkeit Europas innerhalb des Bündnisses.

USA und Trump-Administration

US-Präsident Donald Trump traf am Mittwoch in Peking ein und führte Gespräche mit Staatschef Xi Jinping unter anderem über Marktöffnung. Die US-Delegation nutzte dabei spezielle Mobilgeräte aus Sorge vor Spionage. Xi bot Trump Hilfe bei einer „Öffnung der Straße von Hormus“ an. Der Besuch endete am Freitag mit betonter Freundlichkeit auf beiden Seiten; Details zu Waffengeschäften und Zöllen blieben unklar. Bundeskanzler Merz telefonierte am Freitag erneut mit Trump und bewertete das Gespräch öffentlich als Einigung über die Iran-Politik und eine Ukraine-Friedenslösung. Nigerianische und US-amerikanische Streitkräfte töteten den IS-Kommandeur Abu-Bilal al-Minuki in Nigeria, was Trump öffentlich machte. Kevin Warsh wurde als neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve bestätigt, sein Amtsantritt war für Freitag vorgesehen.

Ukraine und Russland

Die Ukraine meldete am Mittwoch rund 800 russische Drohnenangriffe in einer einzigen Nacht mit mindestens sechs Toten, am Wochenende führte sie selbst einen der größten Drohnenangriffe des Krieges gegen Russland mit rund 600 Drohnen und vier Toten. Ein ukrainisches Anti-Korruptionsgericht ordnete Untersuchungshaft für den ehemaligen Präsidialamtschef Andrij Jermak an. Die Bundesregierung lehnte einen Vermittlerauftrag für Altkanzler Gerhard Schröder zwischen Russland und der Ukraine ab.

Weitere internationale Ereignisse

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda zur internationalen Gesundheitsnotlage. Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting trat zurück und deutete eine Kandidatur gegen Premierminister Keir Starmer an. Die Bundesregierung sieht einen EU-Beitritt Kanadas derzeit nicht als Priorität.

Polizeimeldungen der Woche

Aus der Polizeilage der Woche stechen zwei Themen heraus: Messertaten und Gewalt gegen Frauen. Am Sonntag meldete die Polizei aus Berlin einen Messerangriff in Lichterfelde, bei dem ein 69-jähriger Tatverdächtiger festgenommen wurde und das notoperierte Opfer schwer verletzt blieb, sowie einen Messerstich in Prenzlauer Berg, durch den ein 21-Jähriger verletzt wurde. In Hessen eskalierte beim Weinfest in Bad Homburg eine Messerbedrohung im Rahmen von sechs Gewalttaten, in Rüdesheim wurde ein Mann nach einer Messerdrohung von Angehörigen einer Familie niedergeschlagen. In einem weiteren Vorfall griffen maskierte Täter Arbeiter mit Messern und Eisenstangen an, ein Mann wurde schwer verletzt. In Bielefeld nahm die Mordkommission nach einer Schießerei zwei Männer fest. Im Bereich der Gewalt gegen Frauen ermittelt die Mordkommission in Essen-Rüttenscheid nach einer Hammerattacke, bei der ein Mann seine Ex-Freundin angriff.

Timmy der Wal

Der Buckelwal Timmy, der in den vergangenen Wochen wiederholt in der Ostsee gestrandet war und am 2. Mai per Schlepper über das Skagerrak in die Nordsee gebracht und mit GPS-Sender freigelassen wurde, ist nach jetzigem Stand vermutlich tot. Vor der dänischen Küste wurde am 15. Mai ein toter Buckelwal entdeckt, „höchstwahrscheinlich Timmy“; eine zweifelsfreie Bestätigung steht aus. Das dänische Ministerium warnte vor Explosionsgefahr durch Verwesungsgase am Kadaver. Eine endgültige Identifizierung wird in der kommenden Woche erwartet.

Kultur und Sport

Bulgarien gewann den Eurovision Song Contest 2026, die Sängerin Dara setzte sich mit „Bangaranga“ durch; Deutschland landete auf Platz 23. In der Bundesliga stehen mit dem FC Heidenheim und dem FC St. Pauli zwei Absteiger fest, Wolfsburg rettete sich in die Relegation. Der FC Energie Cottbus kehrt nach zwölf Jahren in die 2. Bundesliga zurück, Rot-Weiß Essen erreichte die Aufstiegsrelegation. Manuel Neuer verlängerte seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2027. An der Spitze der deutschen Album-Charts löste der Rapper Felix Blume Billie Eilish ab.

Weitere Stories der Woche

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Limburgerhof in Rheinland-Pfalz kamen am Samstag beide Insassen ums Leben. Eine Studie zum Klimawandel berichtete von 53 Prozent mehr Stromausfällen im deutschen Hochsommer. Altkanzlerin Angela Merkel forderte eine ehrlichere Debatte über die Zukunft der Rente und eine Anschlusslösung nach 2029. Das Bundesverfassungsgericht verpflichtete die Länder zu Milliardenausgaben für die Beamtenbesoldung.

Hinweis: Dieser Wochenrückblick fasst die zentralen Meldungen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Polizei zusammen. Stand: 17.05.2026.