Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Osnabrück ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle deutlich gesunken. 2025 starben 70 Menschen bei 65 Unfällen, im Vorjahr waren es noch 91 Todesopfer bei 85 Unfällen. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Schwerverletzten mit 1.068 den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle blieb mit 31.146 Fällen nahezu unverändert.
„Weniger Getötete und Schwerverletzte durch Verkehrsunfälle sind eine gute Nachricht, auch wenn jede Verletzung eine zu viel ist“, sagte Polizeivizepräsidentin Andrea Menke. Die Gründe für diese positive Entwicklung seien moderne Fahrzeugtechnik, verbesserte Infrastruktur und intensive Verkehrsprävention. Menke forderte zudem eine breitere Debatte über das Tragen von Sicherheitshelmen auf E-Scootern und Fahrrädern.
Besonders betroffen bleiben zwei Risikogruppen: junge Fahrende zwischen 18 und 24 Jahren sowie Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren. Auf diese beiden Altersgruppen entfielen rund 50 Prozent der Verkehrstoten. Bei den jungen Fahrenden verloren 11 Menschen ihr Leben, wobei sie in 63 Prozent der Fälle den Unfall selbst verursacht hatten. Fast die Hälfte der tödlichen Unfälle dieser Altersgruppe endeten alleinbeteiligt an einem Baum. 24 Senioren kamen ums Leben, in 70 Prozent der Fälle als Unfallverursacher. Häufigste Ursache war das Missachten der Vorfahrt.
Einen besorgniserregenden Anstieg verzeichnete die Polizei bei E-Scooter-Unfällen. 374 Unfälle mit diesen Fahrzeugen bedeuteten einen Anstieg um rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 201 Unfällen. 247 E-Scooter-Fahrer wurden leicht verletzt, 35 schwer verletzt. Tödliche Unfälle gab es nicht. In 22 Fällen standen die Fahrer unter Alkoholeinfluss. „E-Scooter sind aus dem urbanen Verkehr nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig beobachten wir, dass vor allem junge Menschen die Risiken unterschätzen“, warnte Menke.
Positive Entwicklungen gab es beim Radverkehr. 2.002 Fahrradfahrer und 1.265 Pedelec-Fahrer waren an Unfällen beteiligt – ein nahezu unverändertes Niveau. Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer sank jedoch um rund 55 Prozent von 11 auf 5, bei Pedelec-Fahrern um 50 Prozent von 12 auf 6.
Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit blieb die häufigste Hauptursache bei schweren und tödlichen Unfällen. Besonders folgenschwer waren Baumunfälle: Die Polizei registrierte 548 entsprechende Unfälle, davon 372 außerhalb geschlossener Ortschaften. Etwa jeder sechste Baumunfall führte zu schweren Verletzungen, jeder 42. endete tödlich. Bei 87 Prozent dieser Unfälle wurde mindestens eine Person verletzt oder getötet. Menke regte an, über ein Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen nachzudenken.
Bei Alkohol am Steuer zeigte sich eine leicht positive Entwicklung: Die Unfälle unter Alkoholeinfluss sanken um rund 10 Prozent auf 662 Fälle, Alkoholfahrten ohne Unfall gingen von 1.818 auf 1.802 zurück. Anders bei Drogen und Medikamenten: Hier stieg die Zahl der festgestellten Fahrten um rund 4 Prozent von 3.064 auf 3.187, die Unfälle um 7 Prozent von 133 auf 142.
Für 2026 plant die Polizei Niedersachsen Schwerpunkte bei Geschwindigkeit und Verkehrstüchtigkeit. Die Polizeidirektion Osnabrück wird zusätzlich den Zweiradverkehr fokussieren. Präventionsprojekte wie „Abgefahren – wie krass ist das denn?“ für Fahranfänger und „Fit im Auto und Fit auf dem Pedelec/Fahrrad“ für Senioren sollen fortgesetzt werden.