Weniger Verkehrstote in Südhessen – aber mehr Unfallfluchten

Verkehrsunfallstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Südhessen.

Die Verkehrsunfallbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Südhessen zeigt positive Entwicklungen bei den schwersten Unfällen: 31 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben – das sind knapp 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Gesamtzahl der registrierten Unfälle um 2,21 Prozent auf 25.076 Fälle.

Bei den tödlichen Unfällen waren motorisierte Zweiradfahrer mit zwölf Toten am stärksten betroffen. Darunter waren neun Motorradfahrer mit Krafträdern über 125 ccm, zwei Mofa-Fahrer sowie erstmals in Südhessen ein E-Scooter-Fahrer, der bei einem Unfall starb. Sieben Fußgänger und fünf Radfahrer oder Pedelec-Nutzer verloren ebenfalls ihr Leben. Obwohl Autos das häufigste Verkehrsmittel sind, starben in dieser Gruppe nur fünf Menschen.

Die Zahl der Schwerverletzten stieg leicht auf 502 Personen – das sind 13 mehr als im Vorjahr, bleibt aber auf historisch niedrigem Niveau. Bei schwerverletzten Motorradfahrern erreichte die Polizei sogar den niedrigsten Wert seit Einführung des „Bike-Konzepts“ im Jahr 2016.

„Die niedrige Zahl schwerverletzter Personen sowie der Rückgang der im Straßenverkehr Getöteten ist auch das Ergebnis langjähriger und konstanter Verkehrssicherheitsarbeit“, erklärte Polizeipräsident Christian Vögele. Die Polizei setzt verschiedene Präventionsmaßnahmen ein: Das „Bike-Konzept“ umfasst Biker-Safety-Touren, bei denen unfallträchtige Strecken gemeinsam abgefahren und Gefahrenbereiche besprochen werden. Der „Crash-Kurs“ sensibilisiert Schüler an Berufs- und weiterführenden Schulen für Verkehrsgefahren. Bei „MAXimal Mobil“ können ältere Menschen einen Parcours mit Pedelec oder Rollator absolvieren und lernen, wie sie auch im Alter sicher mobil bleiben.

Problematisch entwickelten sich die Unfallfluchten: Bei jedem vierten polizeilich erfassten Verkehrsunfall in Südhessen – das sind 27,9 Prozent aller Fälle – entfernte sich mindestens ein Beteiligter unerlaubt vom Unfallort. In 317 Fällen geschah das sogar bei Unfällen mit Personenschaden. „Verkehrsunfallflucht ist kein Bagatelldelikt“, appellierte Polizeipräsident Vögele. „Jede Unfallflucht reduziert das allgemeine Sicherheitsgefühl und beeinträchtigt die Geschädigten in vielfacher Weise.“ Die Polizei ist bei der Aufklärung auf die Mithilfe der Bürger angewiesen und nimmt jederzeit Hinweise entgegen.

Detaillierte Auswertungen für einzelne Landkreise sind im Internet unter www.polizei.hessen.de/Themen-A-Z/statistik verfügbar. Informationen zu einzelnen Kommunen können bei den örtlich zuständigen Verkehrssachbearbeitern angefragt werden.

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