Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Köln kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Donnerstag bleibt trotz extremer Hitze von bis zu 35 Grad konvektiv stabil – Gewitter sind heute Nacht nicht zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt bei 2 von 10 und damit klar im niedrigen Bereich. Einzig die anhaltenden Böen von bis zu 47 km/h sorgen für einen unruhigen Abend, sind aber kein Gewitterzeichen, sondern thermisch bedingte Druckausgleichsströmungen über der aufgeheizten Rheinebene. Hagel, Starkregen und Blitzschlag sind heute Nacht kein Thema.
Der meteorologische Grund für die ausbleibenden Gewitter ist trotz der extremen Tageshitze eindeutig: Die Luft ist schlicht zu trocken. Mit einer relativen Luftfeuchte von nur 39 Prozent und einem Temperatur-Taupunkt-Gradienten von 18,7 Grad fehlt der Atmosphäre die Feuchte, die Konvektion – also aufsteigende, feuchte Luftmassen – erst gefährlich macht. Für Gewitter braucht es nicht nur Wärme, sondern auch feuchte Luft in ausreichender Menge. Grob gesagt: Liegt der Taupunkt-Gradient unter 7 Grad, wird es kritisch – heute liegen wir mit fast 19 Grad weit davon entfernt. Auch eine nennenswerte Windscherung, also das Drehen und Zunehmen des Windes mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen (Superzellen) begünstigen würde, ist nicht erkennbar. Das atmosphärische System ist trotz Hitze stabil durchgeschichtet.
Der Freitag setzt die Hitzewelle fort – bis zu 36 Grad sind möglich, das Gewitterrisiko bleibt mit einem Instabilitäts-Index von 2 und einem Taupunkt-Gradienten von 20 Grad weiterhin niedrig. Erst zum Samstag deutet sich eine erste atmosphärische Veränderung an: Die Temperaturen sinken auf maximal 31 Grad, die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt leicht auf 13 Prozent. Der Instabilitäts-Index fällt allerdings auf 0 – der schwächste Wert der Vorhersage – was bedeutet, dass trotz etwas mehr Feuchte keine nennenswerte Konvektion ausgelöst wird. Interessanter wird der Sonntag: Bei einer Tagesschwankung von nur 0 Grad (22 zu 22 Grad) und einem Taupunkt-Gradienten von nur noch 4,7 Grad nähert sich die Atmosphäre der kritischen Feuchte-Schwelle. Der Instabilitäts-Index steigt auf 3 – der höchste Wert der gesamten Vorhersageperiode. Zwar liegt auch das noch im niedrigen Bereich, aber das Zusammenspiel aus feuchter, kaum abkühlender Luft und beginnendem Druckrückgang verdient Aufmerksamkeit. Der Sonntag sollte wettertechnisch im Auge behalten werden.
Für heute Abend und die Nacht gilt: Kein akutes Gewitterrisiko, aber die anhaltenden Böen von bis zu 47 km/h können auf Radwegen, bei Outdoor-Veranstaltungen und im Straßenverkehr durch aufgewirbelten Staub und trockenes Laub zur Gefahr werden. Wer am Wochenende Ausflüge, Radtouren oder Wassersport plant, sollte den Sonntagverlauf genau verfolgen: Typische Frühwarnzeichen für aufkommende Konvektion sind eine plötzliche Schwüle-Zunahme, rasch aufbauende Quellwolken (Cumulonimbus) am Nachmittag sowie ein spürbarer Temperatursturz innerhalb weniger Minuten. Sollten sich diese Zeichen am Sonntag zeigen, Schutz suchen und Outdoor-Aktivitäten auf Gewässern sofort beenden. Aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes unter wetterwarnung.de abrufen.
