Stand 17:07 Uhr: Frankfurt befindet sich aktuell unter einer aktiven Gewitterlage mit HOHEM Risiko. Der Instabilitätsindex liegt bei 8 von 10 – das ist eine klare Warnstufe. Für die kommenden sechs bis zwölf Stunden, also bis gegen 23:00 Uhr, sind weitere Gewitter wahrscheinlich, insbesondere zwischen 19:00 und 22:00 Uhr, wenn die Tagesrestinstabilität auf ein noch feuchtes und gut durchmischtes Luftpaket trifft. Schwerpunktmäßig betroffen sind das Stadtgebiet Frankfurt sowie der Taunus-Vorraum und der Südwesten. Windböen von 39 km/h sind bereits aktiv und können in unmittelbarer Gewitternähe kurzzeitig auf 50 bis 60 km/h ansteigen. Hagel ist bei der aktuellen Feuchteverteilung ein untergeordnetes, aber nicht ausschließbares Risiko – Körner bis 1 cm sind möglich.
Die meteorologischen Voraussetzungen für diese Gewitterlage sind eindeutig: Der Instabilitätsindex von 8 von 10 entspricht einem hohen konvektiven Potenzial – vereinfacht gesagt, die Atmosphäre ist stark aufgeladen wie ein gespannter Gummiband, dem nur ein kleiner Auslöser fehlt. Die Luftfeuchtigkeit liegt mit 77 Prozent deutlich über der kritischen Schwelle von 70 Prozent, was reichlich Wassergehalt für intensive Niederschläge und Blitzaktivität bereitstellt. Besonders bedeutsam: Der Temperaturgradient zum Taupunkt beträgt nur 4,1 Grad Celsius – je kleiner diese Differenz, desto näher ist die Luft an ihrer Sättigungsgrenze, desto schneller bilden sich Gewitterzellen. Hinzu kommt eine mäßige Windscherung (Richtungs- und Geschwindigkeitsänderung des Windes mit der Höhe), die bei gleichzeitig hoher Feuchte das Potenzial für organisierte, länger anhaltende Gewitterzellen erhöht. Böen von 39 km/h am Boden deuten auf eine ausreichende Scherung hin, um Gewitterzellen strukturell zu stabilisieren – das sogenannte Mesozyklonen-Potenzial ist vorhanden, bleibt aber auf niedrigem Niveau.
In der Nacht auf Mittwoch schwächt die Gewittertätigkeit nach Mitternacht voraussichtlich ab, da die Einstrahlungsenergie des Tages fehlt und der Kaltlufteinfluss die Basis stabilisiert. Der Mittwoch, 19. August, zeigt zunächst ein ruhigeres Bild: Die Luftfeuchtigkeit fällt auf 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient steigt auf 4,4 Grad Celsius, und der Instabilitätsindex liegt bei moderaten 6 von 10. Dennoch sind bei 47 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit und 5,4 mm prognostiziertem Regen einzelne Schauer oder kurze Gewitter vor allem am Nachmittag nicht ausgeschlossen. Der Donnerstag, 20. August, verdient besondere Aufmerksamkeit: Der Instabilitätsindex klettert erneut auf 8 von 10, Böen erreichen 41 km/h, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 56 Prozent mit 6,7 mm – ein Hinweis darauf, dass sich die Gewitterneigung zum Ende der Woche erneut verstärkt. Erst der Freitag bringt mit einem Index von nur 3 von 10, nahezu null Niederschlag und schwachem Wind spürbare Beruhigung.
Für den heutigen Abend gelten folgende Warnsignale: Achten Sie auf rasch zunehmende Dunkelheit im Westen oder Südwesten – das ist der typische Anmarschweg von Gewitterzellen im Rhein-Main-Gebiet. Ein plötzlicher Temperatursturz um mehr als 3 Grad innerhalb von 15 Minuten, verbunden mit auffrischendem Wind, kündigt eine Gewitterfront unmittelbar an. Handeln Sie sofort: Verlassen Sie offene Flächen, Schwimmbäder und Gewässer. Outdoor-Veranstaltungen sollten bis 23:00 Uhr mit einem Notfallplan für schnellen Rückzug in feste Gebäude abgesichert sein. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten bei starkem Regen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und auf Aquaplaning-Gefahr achten – bereits 2,7 mm Niederschlag auf vorgeheiztem Asphalt kann zu gefährlichen Wasserfilmen führen. Bleiben Sie im Fahrzeug, wenn Sie von einem Gewitter überrascht werden – es schützt zuverlässig vor Blitzschlag. Wassersportler und Surfer am Main sollten die Gewässer bis zum Ende der Lage gemieden haben.
Aufgrund der Niederschlagswahrscheinlichkeit von 59 Prozent und der hohen atmosphärischen Aufladung besteht ab 19:00 Uhr ein erhöhtes Starkregenpotenzial. Lokale Regenraten von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit sind in Gewitterkernen möglich – das überschreitet die Abflusskapazität vieler Kanalnetze in Frankfurt. Unterführungen, Tiefgaragen und Kellerabgänge sollten gemieden werden. Die Blitzschlagrate ist bei diesem Feuchte- und Instabilitätsniveau als erhöht einzustufen. Halten Sie sich von Einzelbäumen, Masten und erhöhten Strukturen fern. Hagelkörner bis 1 cm sind möglich – ausreichend, um Fahrzeuglack, Fahrräder und empfindliche Pflanzen zu beschädigen. Bringen Sie diese möglichst in Sicherheit.
