Eine 65-jährige Frau aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald ist Opfer eines Liebesbetrügers geworden und hat dabei rund 150.000 Euro verloren. Sie erstattete am 12. Dezember 2026 Anzeige bei der Polizei. Der Fall zeigt, dass die Betrugsmasche Love Scamming nach wie vor erfolgreich ist.
Der Täter nahm im März 2025 über ein soziales Netzwerk Kontakt zur 65-Jährigen auf. Nach dem Austausch belangloser Nachrichten verlagerte sich die Kommunikation etwa einen Monat später auf einen Messenger-Dienst. Der Betrüger gab sich als amerikanischer Arzt aus, der angeblich als Mitarbeiter der Vereinten Nationen auf einem Schiff einer Ölfirma arbeite.
Später täuschte er eine Notlage vor: Aufgrund einer angeblichen Scheidung seien seine Konten eingefroren, und er müsse das Schiff verlassen. Für die Rückreise nach Amerika benötige er dringend Geld, das er der Frau versprach, sofort zurückzuzahlen. Die 65-Jährige überwies daraufhin eine erste Summe.
In den folgenden Monaten forderte der Betrüger unter immer neuen Vorwänden weitere Geldbeträge. Um sein Vertrauen zu gewinnen, schickte er Fotos und Videos, die angeblich seine Aussagen belegen sollten. Immer wieder vertröstete er die Geschädigte mit Versprechungen zur Rückzahlung und kündigte an, ein Paket mit einem Scheck geschickt zu haben.
Kurze Zeit später erhielt die Frau eine E-Mail mit angeblichen Zollforderungen. Nachdem sie diese bezahlt hatte, kam das Paket nicht an – stattdessen folgten weitere Zahlungsaufforderungen, um an das bereits überwiesene Geld zu gelangen.
Insgesamt überwies die 65-Jährige zwischen März 2025 und August 2026 rund 150.000 Euro. Im August 2026 brach der Betrüger schlagartig den Kontakt ab. Erst dann wandte sich die Frau an die Polizei.
So funktioniert Love Scamming: Bei dieser modernen Betrugsmasche nehmen die Täter üblicherweise Kontakt zu alleinstehenden Personen über soziale Netzwerke oder Partnerbörsen auf und versuchen, eine romantische oder freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Sie nutzen gefälschte Identitäten und geben sich häufig als Angehörige vertrauenswürdiger Berufsgruppen wie Ärzte, Soldaten oder Ingenieure aus. Durch emotionale Manipulationen bringen sie ihre Opfer dazu, Geld zu überweisen. Die Täter agieren in den meisten Fällen aus dem Ausland.
Warnzeichen und Tipps der Polizei: Seien Sie misstrauisch, wenn neue Bekanntschaften aus dem Internet schnell starke Gefühle äußern, ohne dass es je zu einem persönlichen Treffen gekommen ist. Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie ausschließlich aus dem Internet kennen – egal wie überzeugend die Geschichte wirkt. Nutzen Sie die Bildersuche von Suchmaschinen (Rückwärtssuche), um zu prüfen, woher Fotos stammen. Vertrauen Sie sich bei finanziellen Bitten Angehörigen oder Freunden an. Falls Sie bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden sind, sichern Sie alle Chatverläufe und E-Mails und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Polizei-Beratung unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Auch aus Mecklenburg-Vorpommern:
Mehr Polizeimeldungen: