72-Jähriger durchschaut Schockanruf – Polizei nimmt Abholer fest

(Symbolbild)

Ein 72-Jähriger hat einen Schockanruf erhalten und die Betrüger durchschaut – trotzdem ist es der Polizei Paderborn gelungen, den Abholer festzunehmen. Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass es sich um einen 22-jährigen polnischen Staatsbürger handelt.

Am Vormittag hatte ein Betrüger den Paderborner angerufen und ihm erzählt, dass seine Tochter einen Unfall verursacht habe und eine Kaution im fünfstelligen Bereich hinterlegt werden müsse. Der 72-Jährige erkannte sofort, dass es sich um Betrug handelte. Trotzdem ließ er sich auf eine Übergabe ein.

Gegen 13.30 Uhr klingelte der Abholer an seiner Tür. Der Senior übergab dem Tatverdächtigen zunächst wertlose Gegenstände und versuchte dann, den Mann festzuhalten. Der Abholer wehrte sich körperlich und flüchtete. Der 72-Jährige stürzte zu Boden, verfolgte den Flüchtenden dann aber zusammen mit weiteren Zeugen, die die Rangelei beobachtet hatten.

Andere Zeugen alarmierten die Polizei und blockierten mit zwei Fahrzeugen einen Citroën mit polnischem Kennzeichen, der in der Nähe des Abholortes geparkt war. Als der Tatverdächtige zu diesem Auto lief, bedrohte er die Zeugen mit Pfefferspray und stieg dann ein. Bei dem Versuch zu fliehen, rammte er die beiden Fahrzeuge, die ihn zugestellt hatten, und beschädigte sie.

Die eintreffende Polizei nahm den Mann fest. Der Citroën wurde sichergestellt. Der 72-Jährige zog sich leichte Verletzungen zu, musste aber nicht ins Krankenhaus.

Die Polizei Paderborn warnt vor Schockanrufen: Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sofort auflegen und stattdessen unter der Notrufnummer 110 die echte Polizei informieren. Weitere Informationen zum Thema Betrug am Telefon und über Messengerdienste finden sich unter: https://paderborn.polizei.nrw/artikel/geschockt-am-telefon-auflegen


Betrugsfälle in Nordrhein-Westfalen: der Vergleich mit dem Bund

Die Polizei zählte 2025 landesweit 170.651 Betrugsfälle, das sind 946 auf 100.000 Einwohner. Damit steht Nordrhein-Westfalen schlechter als der Bundesdurchschnitt, wo 770 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gezählt wird Betrug nach den §§ 263 ff. StGB.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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