85-Jährige verliert Schmuck und Bargeld im sechsstelligen Bereich – Polizei warnt vor Schockanrufen

Quelle: Polizeidirektion Kiel

In Altenholz ist eine 85-jährige Frau Opfer eines Schockanrufs geworden. Am Dienstagvormittag gab sich ein Anrufer als Polizeibeamter aus und behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und jemanden lebensgefährlich verletzt. Um die Tochter vor einer Haftstrafe zu bewahren, müsse die Frau eine Kaution zahlen.

Die Geschädigte händigte im Laufe des Nachmittags Bargeld, Schmuck und Gold in mittlerer sechsstelliger Höhe an einen Mann aus, der die Wertsachen abholte. Sie beschrieb den Abholer als etwa 40 Jahre alt mit schwarzem Haar. Er trug eine dunkle Hose und ein Hemd. Nach der Übergabe entfernte sich der Mann in unbekannte Richtung.

Das Kommissariat 12 der Bezirkskriminalinspektion Kiel hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei sucht Zeuginnen und Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zum Täter geben können. Sie können sich beim Kriminaldauerdienst in Kiel unter 0431-160 3333 melden.

Die Polizeidirektion Kiel warnt erneut vor einer Häufung solcher Anrufe in der Region. Die Täter geben sich nicht nur als Polizeibeamte aus, sondern auch als Ärzte oder Bankmitarbeiter. Sie täuschen unterschiedliche Notlagen vor, um Angerufene zur Zahlung von Geld oder zur Herausgabe von Wertgegenständen zu bewegen. In den vergangenen Tagen gab es mehrere weitere Anrufe mit derselben Masche – diese blieben aber glücklicherweise bei Versuchstaten, da die Angerufenen richtig reagierten und auflegten.

Die Täter handeln häufig organisiert und professionell. Sie kennen oft persönliche Details wie die Namen der Kinder oder anderer Angehöriger und haben das Umfeld ihrer Opfer vorher ausgekundschaftet. Um Druck auszuüben, drohen sie manchmal mit strafprozessualen Maßnahmen, falls das Opfer mit Dritten über den Anruf spricht.

So schützen Sie sich: Die Polizei nimmt niemals Bargeld oder Wertgegenstände zur Überprüfung oder Sicherung entgegen – auch nicht, um einen Angehörigen vor einer Haftstrafe zu bewahren. Lassen Sie sich von solchen Anrufen nicht unter Druck setzen. Beenden Sie das Gespräch selbst und wählen Sie die 110. Rufen Sie Angehörige, die angeblich in Not sind, unter einer Ihnen bekannten Nummer selbst an. Bei Gewinnversprechen prüfen Sie, ob Sie tatsächlich an einem Preisausschreiben teilgenommen haben. Mehr Informationen zum Schutz vor solchen Betrügereien finden Sie auf der Webseite der Landespolizei Schleswig-Holstein.


Die Entwicklung im Landkreis Rendsburg-Eckernförde

2024 zählte die Polizei im Landkreis Rendsburg-Eckernförde 1.347 Betrugsfälle, 2025 waren es 1.162 — 13,7 Prozent weniger. Bundesweit ist die Zahl im selben Zeitraum um 7,7 Prozent gesunken.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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