Bundespolizei München: Mehrere Angriffe und Widerstandshandlungen am ersten Mai-Wochenende

Das anhängende Symbolbild kann zu redaktionellen Zwecken mit dem Zusatz "Bundespolizei" im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.

Am ersten Mai-Wochenende kam es im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion München zu mehreren Widerstandshandlungen gegen Einsatzkräfte, Bedrohungen und einem schweren Stromunfall. Fünf Männer wurden vorübergehend festgenommen, ein Polizist erlitt leichte Verletzungen.

Angriff mit Schottersteinen am Bahnhof Donnersbergerbrücke

Am Freitagabend gegen 19:15 Uhr wurde die Bundespolizei über einen herrenlosen Koffer am Bahnhof Donnersbergerbrücke informiert. Nach Sichtung der Videokameras stellte sich heraus, dass ein 23-jähriger Ukrainer diesen am Treppenabgang abgestellt hatte. Anschließend begab er sich in den Gleisbereich und schlug auf den letzten Waggon einer einfahrenden S-Bahn. Die Absuche des Gepäckstücks durch einen Diensthundeführer verlief negativ. Die Beamten stellten den 23-Jährigen mit Schottersteinen in der Hand im Gleisbereich fest. Er ging mit den Steinen auf die Polizisten zu und ließ sie erst nach mehrmaliger Aufforderung und Androhung des Reizstoffsprühgeräts fallen. Da er sich weigerte, den Gleisbereich zu verlassen, musste er zu Boden gebracht und gefesselt werden. Dabei zog sich ein Beamter leichte Verletzungen zu. Während der Maßnahmen beleidigte der Mann die Einsatzkräfte fortwährend und versuchte bei der Mitnahme zur Dienststelle, einem Beamten einen Kopfstoß zu versetzen. Ein Atemalkoholtest ergab 1,36 Promille. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I wurde er auf freien Fuß entlassen. Er muss sich wegen tätlichen Angriffs, Widerstands, Beleidigung, Störung öffentlicher Betriebe und unerlaubten Betretens einer Bahnanlage verantworten.

Bedrohung von Zugbegleiterin mit Tierabwehrspray

Am Samstagabend gegen 17:25 Uhr kam es im Regionalexpress RE3 am Münchner Hauptbahnhof zu einer Auseinandersetzung zwischen einer 42-jährigen deutschen Zugbegleiterin und einem 39-jährigen Deutschen aus München. Der Mann hatte andere Reisende verbal aggressiv angegangen. Als die Zugbegleiterin ihn aufforderte, den Zug zu verlassen, beleidigte er sie. Auf dem Bahnsteig ging er in bedrohlicher Weise auf die Frau zu und wollte sie mutmaßlich körperlich angreifen. Die 42-Jährige setzte daraufhin ein Tierabwehrspray ein und traf den Mann im Gesicht. Der Vorfall wurde von mehreren Zeugen beobachtet. Der 39-Jährige wurde vom Rettungsdienst medizinisch versorgt. Alle Beteiligten wurden zur Dienststelle der Bundespolizei verbracht und konnten nach Abschluss der Maßnahmen ihren Weg fortsetzen. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung.

Flaschenwurf zwischen Fußballfans

Am Samstagabend gegen 19:10 Uhr kam es an Gleis 20 des Hauptbahnhofs zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei deutschen Fußballfans. Die beiden Männer waren nach dem Besuch des Spiels zwischen FC Bayern München und 1. FC Heidenheim auf der Heimreise, als der 37-Jährige und sein 26-jähriger Begleiter in Streit gerieten. Der Ältere warf eine Bierflasche auf den Jüngeren und traf ihn am Bein. Daraufhin prügelten sich beide Männer und erlitten jeweils leichte Verletzungen. Eine ärztliche Behandlung lehnten beide ab. Nach Aufnahme des Sachverhalts konnten sie ihre Heimreise fortsetzen. Gegen den 37-Jährigen ermittelt die Bundespolizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Widerstand mit Drohung über Schusswaffe

In der Nacht auf Sonntag gegen 23:50 Uhr kam es im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof zwischen einem 27-jährigen wohnsitzlosen Deutschen und Mitarbeitern einer bereits geschlossenen Bäckerei zu einer verbalen Auseinandersetzung. Als der Mann das Geschäft verlassen sollte, beleidigte er die Mitarbeiter und weigerte sich. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Angestellten. Als die alarmierten Bundespolizisten eintrafen, beleidigte der Deutsche die Einsatzkräfte und drohte damit, eine Schusswaffe mitzuführen und diese einzusetzen. Trotz Androhung des Distanzelektroimpulsgeräts kam er den Aufforderungen nicht nach und konnte erst durch mehrere Streifen festgenommen werden. Während dessen beleidigte er die Beamten und versuchte sie anzuspucken. Ein Atemalkoholtest ergab 0,32 Promille, ein Drogenschnelltest schlug positiv an. Die Staatsanwaltschaft München I ordnete eine Blutentnahme und Haftrichtervorführung an. Dabei kam es zu weiteren Widerstandshandlungen, Bedrohungen und Beleidigungen. Anschließend wurde der 27-Jährige der Justizvollzugsanstalt übergeben. Die Bundespolizei ermittelt wegen Widerstands, Beleidigung und Bedrohung.

Schwerer Stromunfall am Güterzug

Am Sonntagabend gegen 17:00 Uhr ereignete sich im Bereich des Bahnhofs München-Freimann ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr mit schweren Folgen. Ein 20-jähriger Deutscher kletterte über ein Brückengeländer und sprang auf einen im Gleisbereich stehenden Güterzug. Dabei kam es durch die Oberleitung zu einem Spannungsüberschlag, wodurch der junge Mann schwere Verbrennungen am Bein erlitt und in den Gleisbereich stürzte. Eine Zeugin verständigte den Notruf. Der Verletzte begab sich selbstständig aus dem Gleisbereich und wurde dort von Einsatzkräften des Polizeipräsidiums München sowie der Berufsfeuerwehr angetroffen. Er war zunächst nicht ansprechbar und wurde zur medizinischen Versorgung in ein Münchner Klinikum verbracht. Lebensgefahr besteht nach aktuellem Stand nicht. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde eine freiwillige Blutentnahme durchgeführt. Die betroffenen Gleise waren von 17:06 Uhr bis 18:18 Uhr gesperrt, was zu geringen Auswirkungen auf den Bahnverkehr führte. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch

In der zurückliegenden Woche wurden von der Polizei weder Messerattacken noch der Einsatz von Schusswaffen gemeldet.

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