Oberbergischen Kreis steht am Arbeitsmarkt besser da als Nordrhein-Westfalen: 6,0 Prozent Arbeitslosenquote im September 2026 gegenüber 7,9 Prozent. Konkret waren 9.137 Menschen arbeitslos gemeldet, 160 weniger als noch im August.
Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit September 2025 sind 612 Menschen mehr ohne Arbeit — ein Plus von 7,2 Prozent.
Wer wird wie unterstützt? 3.730 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 2,4 Prozent). Mehr – 5.407 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 3,6 Prozent).
Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 10.646 Personen beziehungsweise 6,9 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.
Wen es besonders trifft
Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 3.375 Menschen im Oberbergischen Kreis sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 37 Prozent. 1.033 sind jünger als 25 Jahre (120 weniger als im Vormonat), 3.158 haben die 50 überschritten. 2.974 sind Ausländerinnen und Ausländer, 674 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Oberbergischen Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Oberbergischen Kreis bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 5,5 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,7 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (4,6 Prozent) und dem Höchstwert 2020 (6,0 Prozent) liegen 1,4 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 8.611 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Oberbergischen Kreis?
Die Zahl ist gestiegen: 56 Unternehmen meldeten 2024 im Oberbergischen Kreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 41,6 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 239 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.