Am Arbeitsmarkt im Ostalbkreis hat sich die Lage im September 2026 spürbar entspannt: 7.777 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 178 weniger als im August. Mit 4,3 Prozent liegt die Quote knapp unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,7 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 234 zusätzliche Arbeitslose gegenüber September 2025 entsprechen einem Zuwachs von 3,1 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 4.313 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,4 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 3.464 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,9 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 9.589 Menschen und 5,2 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Ostalbkreis trifft. 740 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (85 weniger als im Vormonat), 3.099 sind 50 Jahre oder älter. 2.444 Menschen und damit 31 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 2.325 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 340 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Ostalbkreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Ostalbkreis bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 3,5 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 3,9 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (2,7 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (3,9 Prozent) liegen 1,2 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 7.168 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Ostalbkreis?
Die Zahl ist gestiegen: 59 Unternehmen meldeten 2024 im Ostalbkreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 35,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 374 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.