Am Arbeitsmarkt im Rhein-Sieg-Kreis hat sich die Lage im September 2026 spürbar entspannt: 19.792 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 455 weniger als im August. Mit 5,9 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 255 zusätzliche Arbeitslose gegenüber September 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,3 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 7.976 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,4 Prozent. Für die größere Gruppe von 11.816 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,5 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 23.516 Menschen und 7,0 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Rhein-Sieg-Kreis trifft. 1.815 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (101 weniger als im Vormonat), 6.866 sind 50 Jahre oder älter. 7.102 Menschen und damit 36 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 6.627 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 2.002 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Rhein-Sieg-Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Rhein-Sieg-Kreis bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 5,5 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,9 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (4,8 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (5,9 Prozent) liegen 1,1 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 19.471 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Rhein-Sieg-Kreis?
Die Zahl ist gestiegen: 144 Unternehmen meldeten 2024 im Rhein-Sieg-Kreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 109,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 509 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.