Am Arbeitsmarkt in Diepholz hat sich die Lage im September 2026 deutlich entspannt: 5.608 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 231 weniger als im August. Mit 4,4 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Niedersachsen von 6,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 87 zusätzliche Arbeitslose gegenüber September 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,6 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.613 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,0 Prozent. Für die größere Gruppe von 2.995 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,3 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.687 Menschen und 5,2 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Diepholz trifft. 633 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (88 weniger als im Vormonat), 1.980 sind 50 Jahre oder älter. 1.665 Menschen und damit 30 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.640 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 271 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Diepholz in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Diepholz bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 4,4 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 4,4 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (3,9 Prozent) und dem Höchstwert 2020 (4,6 Prozent) liegen 0,7 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 5.591 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Diepholz?
2024 gab es im Landkreis Diepholz 44 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 36,0 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 388 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Niedersachsen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.