Gelsenkirchen steht am Arbeitsmarkt schlechter da als Nordrhein-Westfalen: 15,6 Prozent Arbeitslosenquote im September 2026 gegenüber 7,9 Prozent. Konkret waren 21.480 Menschen arbeitslos gemeldet, 297 weniger als noch im August.
Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit September 2025 sind 941 Menschen mehr ohne Arbeit — ein Plus von 4,6 Prozent.
Wer wird wie unterstützt? 4.638 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 3,4 Prozent). Deutlich mehr – 16.842 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 12,2 Prozent).
Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 25.827 Personen beziehungsweise 18,3 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.
Wen es besonders trifft
Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 9.247 Menschen in Gelsenkirchen sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 43 Prozent. 2.237 sind jünger als 25 Jahre, 6.754 haben die 50 überschritten. 9.852 sind Ausländerinnen und Ausländer, 1.498 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
In Gelsenkirchen ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 14,7 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 15,2 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 12,8 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 20.770 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Gelsenkirchen?
2024 gab es in Gelsenkirchen 99 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 80,2 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 281 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.