Am Arbeitsmarkt in Groß-Gerau hat sich die Lage im September 2026 spürbar entspannt: 11.298 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 157 weniger als im August. Mit 7,1 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Hessen von 5,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 370 zusätzliche Arbeitslose gegenüber September 2025 entsprechen einem Zuwachs von 3,4 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 4.385 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 6.913 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 4,4 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 13.424 Menschen und 8,4 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Groß-Gerau trifft. 1.185 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (128 weniger als im Vormonat), 3.907 sind 50 Jahre oder älter. 4.352 Menschen und damit 39 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 5.807 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 714 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Groß-Gerau in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Landkreis Groß-Gerau ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 6,0 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 6,8 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 4,7 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 10.751 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Groß-Gerau?
2024 gab es im Landkreis Groß-Gerau 79 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 64,8 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 237 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Hessen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.