Am Arbeitsmarkt in Karlsruhe hat sich die Lage im September 2026 leicht angespannt: 9.337 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 7 mehr als im August. Mit 5,4 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,7 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 379 zusätzliche Arbeitslose gegenüber September 2025 entsprechen einem Zuwachs von 4,2 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 4.520 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,6 Prozent. Für weitere 4.817 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 11.623 Menschen und 6,6 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Karlsruhe trifft. 799 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre, 3.097 sind 50 Jahre oder älter. 2.468 Menschen und damit 26 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 3.342 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 474 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Karlsruhe in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote in Karlsruhe bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 5,5 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,1 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (3,9 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (5,5 Prozent) liegen 1,6 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 8.870 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Karlsruhe?
Die Zahl ist gestiegen: 96 Unternehmen meldeten 2024 in Karlsruhe Insolvenz an, nach durchschnittlich 59,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 457 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.