Am Arbeitsmarkt in Kleve hat sich die Lage im September 2026 deutlich entspannt: 10.377 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 355 weniger als im August. Mit 6,0 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 167 Arbeitslose weniger gegenüber September 2025 entsprechen einem Rückgang von 1,6 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 3.854 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,2 Prozent. Für die größere Gruppe von 6.523 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 11.799 Menschen und 6,7 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den September auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Kleve trifft. 1.113 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (118 weniger als im Vormonat), 3.638 sind 50 Jahre oder älter. 4.940 Menschen und damit 48 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 3.739 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 670 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Kleve in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Kreis Kleve bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 6,6 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 6,3 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2022 (4,9 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (6,6 Prozent) liegen 1,7 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 10.866 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Kleve?
Die Zahl ist gestiegen: 98 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Kleve Insolvenz an, nach durchschnittlich 70,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 56 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.