Arbeitslosenquote in Tübingen im September 2026: spürbar gesunken

Tübingen steht am Arbeitsmarkt besser da als Baden-Württemberg: 3,9 Prozent Arbeitslosenquote im September 2026 gegenüber 4,7 Prozent. Konkret waren 5.021 Menschen arbeitslos gemeldet, 53 weniger als noch im August.

Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit September 2025 sind 111 Menschen mehr ohne Arbeit — ein Plus von 2,3 Prozent.

Wer wird wie unterstützt? 2.633 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 2,0 Prozent). Etwa gleich viele – 2.388 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 1,8 Prozent).

Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 6.059 Personen beziehungsweise 4,6 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.

Wen es besonders trifft

Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 1.260 Menschen in Tübingen sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 25 Prozent. 506 sind jünger als 25 Jahre (32 weniger als im Vormonat), 1.624 haben die 50 überschritten. 1.948 sind Ausländerinnen und Ausländer, 326 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tübingen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Quote im Landkreis Tübingen bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 3,2 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 3,6 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (2,6 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (3,6 Prozent) liegen 1,0 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 4.715 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Tübingen?

Die Zahl ist gestiegen: 39 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Tübingen Insolvenz an, nach durchschnittlich 29,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 44 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.