Am Arbeitsmarkt im Burgenlandkreis hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 6.637 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 190 mehr als im Juni. Mit 7,5 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Sachsen-Anhalt von 8,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 85 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,3 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.438 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 4.199 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 4,7 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 8.678 Menschen und 9,6 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Burgenlandkreis trifft. 786 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (72 mehr als im Vormonat), 2.333 sind 50 Jahre oder älter. 2.652 Menschen und damit 40 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.566 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 272 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Burgenlandkreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Seit 2015 hat sich die Lage im Burgenlandkreis entspannt: von 10,3 auf 7,3 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 6,3 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 6.513 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Burgenlandkreis?
Auffällig ist die Zahl nicht: 26 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Burgenlandkreis entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 27,2 Fällen liegt. Unter dem Strich kamen 141 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.