Am Arbeitsmarkt in Chemnitz hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 12.930 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 568 mehr als im Juni. Mit 10,1 Prozent liegt die Quote deutlich über dem Landeswert von Sachsen von 7,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 456 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 3,7 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 4.002 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 3,1 Prozent. Für die größere Gruppe von 8.928 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 7,0 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 16.078 Menschen und 12,3 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Chemnitz trifft. 1.768 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (237 mehr als im Vormonat), 3.638 sind 50 Jahre oder älter. 4.772 Menschen und damit 37 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 4.693 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 763 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Chemnitz in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote in Chemnitz bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 9,1 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 9,5 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (6,5 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (9,5 Prozent) liegen 3,0 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 12.103 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Chemnitz?
Auffällig ist die Zahl nicht: 60 Unternehmensinsolvenzen 2024 in Chemnitz entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 56,8 Fällen liegt. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 207 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Sachsen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.