Arbeitslosenquote im Enzkreis im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Enzkreis hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 4.590 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 206 mehr als im Juni. Mit 4,0 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,6 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 312 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 7,3 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.641 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,3 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 1.949 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,7 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 5.545 Menschen und 4,8 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Enzkreis trifft. 465 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (54 mehr als im Vormonat), 1.764 sind 50 Jahre oder älter. 1.135 Menschen und damit 25 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.700 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 256 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Enzkreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Im Enzkreis ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 2,8 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent; am günstigsten war die Lage 2018 mit 2,3 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 4.176 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Enzkreis?

Auffällig ist die Zahl nicht: 31 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Enzkreis entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 33,2 Fällen liegt. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 252 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.