Am Arbeitsmarkt im Kreis Fulda hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 5.344 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 257 mehr als im Juni. Mit 4,1 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Hessen von 6,0 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 261 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 5,1 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.485 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 1,9 Prozent. Für die größere Gruppe von 2.859 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,2 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.964 Menschen und 5,3 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda trifft. 761 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (116 mehr als im Vormonat), 1.546 sind 50 Jahre oder älter. 1.403 Menschen und damit 26 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.998 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 373 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Fulda in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Landkreis Fulda ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 3,3 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 3,8 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 2,7 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 4.965 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Fulda?
2024 gab es im Landkreis Fulda 30 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 25,6 Fälle der fünf Jahre zuvor. Unter dem Strich kamen 188 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Hessen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.