Im Juli 2026 waren 21.214 Menschen in Gelsenkirchen arbeitslos gemeldet, 364 mehr als im Juni. Die Quote von 15,4 Prozent liegt deutlich über dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Weniger erfreulich ist der Jahresvergleich. Gegenüber Juli 2025 hat die Zahl der Arbeitslosen um 260 zugenommen, das sind 1,2 Prozent mehr.
Ein Blick auf die Details zeigt: 4.665 der Betroffenen erhalten Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur, ihre Quote liegt bei 3,4 Prozent. Die übrigen 16.549 sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen – mit einer Quote von 12,0 Prozent.
Wie viele Menschen dem Arbeitsmarkt tatsächlich fehlen, zeigt erst die Unterbeschäftigung: 25.784 Personen beziehungsweise 18,3 Prozent. In diese Zahl fließen auch jene ein, die an einer Fördermaßnahme teilnehmen oder kurzzeitig krank sind — und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.
Wer ist betroffen?
Im Juli waren 2.107 der Arbeitslosen in Gelsenkirchen jünger als 25 Jahre. 9.165 Menschen sind seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet, das sind 43 Prozent aller Betroffenen. 6.833 sind 50 Jahre oder älter. 9.667 haben keinen deutschen Pass, 1.523 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
In Gelsenkirchen ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 14,7 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 15,2 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 12,8 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 20.770 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Gelsenkirchen?
2024 gab es in Gelsenkirchen 99 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 80,2 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 281 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.