Am Arbeitsmarkt im Kreis Gütersloh hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 11.196 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 356 mehr als im Juni. Mit 5,1 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich kaum etwas bewegt: 45 Arbeitslose weniger als im Juli 2025 entsprechen einem Minus von 0,4 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 5.237 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,4 Prozent. Für die größere Gruppe von 5.959 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,7 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 13.882 Menschen und 6,2 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Gütersloh trifft. 1.115 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (172 mehr als im Vormonat), 3.990 sind 50 Jahre oder älter. 4.389 Menschen und damit 39 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 4.139 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 660 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Gütersloh in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Kreis Gütersloh bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 5,2 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,1 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2022 (3,8 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (5,2 Prozent) liegen 1,4 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 11.055 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Gütersloh?
Die Zahl ist gestiegen: 92 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Gütersloh Insolvenz an, nach durchschnittlich 68,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 656 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.