Am Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 2.579 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 75 mehr als im Juni. Mit 3,7 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,6 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 102 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 4,1 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.508 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,2 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 1.071 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,5 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 3.179 Menschen und 4,5 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Hohenlohekreis trifft. 246 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (42 mehr als im Vormonat), 1.031 sind 50 Jahre oder älter. 745 Menschen und damit 29 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 758 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 193 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Hohenlohekreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Hohenlohekreis ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 3,0 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent; am günstigsten war die Lage 2018 mit 2,3 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 2.549 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Hohenlohekreis?
Die Zahl ist gestiegen: 12 Unternehmen meldeten 2024 im Hohenlohekreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 9,6 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 158 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen. Bei so kleinen Zahlen verschiebt schon ein einzelner größerer Fall das Bild.
Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.