Arbeitslosenquote im Ilm-Kreis im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Ilm-Kreis hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 3.750 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 190 mehr als im Juni. Mit 6,7 Prozent liegt die Quote knapp über dem Landeswert von Thüringen von 6,5 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 39 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,1 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.602 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,9 Prozent. Für die größere Gruppe von 2.148 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,8 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 4.573 Menschen und 8,1 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis trifft. 421 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (50 mehr als im Vormonat), 1.299 sind 50 Jahre oder älter. 1.362 Menschen und damit 36 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 901 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 280 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Seit 2015 hat sich die Lage im Ilm-Kreis entspannt: von 7,4 auf 6,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 4,8 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 3.571 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Ilm-Kreis?

Die Lage hat sich beruhigt: Nur 7 Unternehmen mussten 2024 im Ilm-Kreis Insolvenz anmelden, gegenüber durchschnittlich 11,6 Fällen in den fünf Jahren davor. Zugleich wurden 92 Gewerbe mehr abgemeldet als angemeldet. Bei so kleinen Zahlen verschiebt schon ein einzelner größerer Fall das Bild.

Arbeitsmarkt in Thüringen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.