Am Arbeitsmarkt im Kreis Jerichower Land hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 3.172 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 135 mehr als im Juni. Mit 7,1 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Sachsen-Anhalt von 8,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 181 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 5,4 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.179 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,6 Prozent. Für die größere Gruppe von 1.993 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 4,4 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 4.136 Menschen und 9,1 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Jerichower Land trifft. 325 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (22 mehr als im Vormonat), 1.283 sind 50 Jahre oder älter. 1.227 Menschen und damit 39 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 538 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 134 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Jerichower Land in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Seit 2015 hat sich die Lage im Landkreis Jerichower Land entspannt: von 9,7 auf 7,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2019 mit 6,9 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 3.338 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Jerichower Land?
Auffällig ist die Zahl nicht: 15 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Landkreis Jerichower Land entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 16,6 Fällen liegt. Unter dem Strich kamen 154 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.