Am Arbeitsmarkt im Kreis Lichtenfels hat sich die Lage im Juli 2026 leicht angespannt: 1.682 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 11 mehr als im Juni. Mit 4,4 Prozent liegt die Quote knapp über dem Landeswert von Bayern von 4,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 146 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 8,0 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 986 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,6 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 696 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 2.169 Menschen und 5,6 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Lichtenfels trifft. 198 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (37 mehr als im Vormonat), 699 sind 50 Jahre oder älter. 466 Menschen und damit 28 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 384 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 210 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Lichtenfels in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Lichtenfels bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 4,4 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 4,5 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (3,3 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (4,5 Prozent) liegen 1,2 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 1.741 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Lichtenfels?
Die Zahl ist gestiegen: 15 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Lichtenfels Insolvenz an, nach durchschnittlich 9,2 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 33 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Bayern im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.