Am Arbeitsmarkt im Kreis Ludwigsburg hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 14.274 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 253 mehr als im Juni. Mit 4,5 Prozent liegt die Quote knapp unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,6 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 1.021 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 7,7 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 7.359 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,3 Prozent. Für weitere 6.915 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,2 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 16.864 Menschen und 5,3 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Ludwigsburg trifft. 1.454 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (134 mehr als im Vormonat), 4.927 sind 50 Jahre oder älter. 4.494 Menschen und damit 31 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 6.709 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 818 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ludwigsburg in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Landkreis Ludwigsburg ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 3,5 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 4,2 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 2,8 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 13.208 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Ludwigsburg?
Die Zahl ist gestiegen: 108 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Ludwigsburg Insolvenz an, nach durchschnittlich 73,6 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 465 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.