Arbeitslosenquote im Märkischen Kreis im Juli 2026: spürbar gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 18.981 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 418 mehr als im Juni. Mit 8,4 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 114 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 0,6 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 6.291 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 12.690 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 5,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 22.718 Menschen und 9,9 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis trifft. 1.803 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (172 mehr als im Vormonat), 7.125 sind 50 Jahre oder älter. 8.535 Menschen und damit 45 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 6.653 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1.736 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Im Märkischen Kreis ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 6,6 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 8,3 Prozent; am günstigsten war die Lage 2018 mit 5,9 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 18.729 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Märkischen Kreis?

2024 gab es im Märkischen Kreis 102 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 88,0 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 362 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.