Am Arbeitsmarkt in Mülheim an der Ruhr hat sich die Lage im Juli 2026 leicht angespannt: 7.121 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 22 mehr als im Juni. Mit 8,0 Prozent liegt die Quote knapp über dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 316 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 4,2 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.452 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 4.669 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 5,3 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 9.544 Menschen und 10,5 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Mülheim an der Ruhr trifft. 551 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (50 mehr als im Vormonat), 2.618 sind 50 Jahre oder älter. 3.296 Menschen und damit 46 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 3.224 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 470 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Mülheim an der Ruhr in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote in Mülheim an der Ruhr bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 8,2 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 8,1 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (7,1 Prozent) und dem Höchstwert 2021 (8,5 Prozent) liegen 1,4 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 7.172 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Mülheim an der Ruhr?
2024 gab es in Mülheim an der Ruhr 43 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 35,2 Fälle der fünf Jahre zuvor. Unter dem Strich kamen 125 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.