Arbeitslosenquote in Osnabrück im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt in Osnabrück hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 8.353 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 327 mehr als im Juni. Mit 8,4 Prozent liegt die Quote deutlich über dem Landeswert von Niedersachsen von 6,2 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 135 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 1,6 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.823 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 5.530 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 5,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 9.669 Menschen und 9,6 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Osnabrück trifft. 873 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (152 mehr als im Vormonat), 2.593 sind 50 Jahre oder älter. 3.288 Menschen und damit 39 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 3.131 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 402 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Osnabrück in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Quote in Osnabrück bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 8,0 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 8,1 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (6,6 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (8,1 Prozent) liegen 1,5 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 7.972 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Osnabrück?

Die Zahl ist gestiegen: 73 Unternehmen meldeten 2024 in Osnabrück Insolvenz an, nach durchschnittlich 32,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 272 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Niedersachsen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.