Am Arbeitsmarkt im Kreis Ostallgäu hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 2.321 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 32 mehr als im Juni. Mit 2,7 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Bayern von 4,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 30 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,3 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.597 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 1,9 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 724 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 0,9 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 2.841 Menschen und 3,3 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Ostallgäu trifft. 250 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (21 mehr als im Vormonat), 973 sind 50 Jahre oder älter. 486 Menschen und damit 21 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 547 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 246 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ostallgäu in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Ostallgäu bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 2,8 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 2,8 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (2,2 Prozent) und dem Höchstwert 2020 (2,9 Prozent) liegen 0,7 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 2.352 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Ostallgäu?
Die Zahl ist gestiegen: 29 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Ostallgäu Insolvenz an, nach durchschnittlich 13,6 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 115 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Bayern im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.