Am Arbeitsmarkt im Kreis Osterholz hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 2.518 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 171 mehr als im Juni. Mit 4,0 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Niedersachsen von 6,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 190 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 8,2 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.419 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,3 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 1.099 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 3.351 Menschen und 5,3 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Osterholz trifft. 345 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (82 mehr als im Vormonat), 987 sind 50 Jahre oder älter. 690 Menschen und damit 27 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 702 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 130 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Osterholz in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Osterholz bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 4,1 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 3,6 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2022 (3,0 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (4,1 Prozent) liegen 1,1 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 2.249 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Osterholz?
Auffällig ist die Zahl nicht: 16 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Landkreis Osterholz entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 15,6 Fällen liegt. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 201 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Niedersachsen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.