Arbeitslosenquote in Recklinghausen im Juli 2026: spürbar gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 28.894 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 730 mehr als im Juni. Mit 8,7 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 195 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 0,7 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 8.073 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,4 Prozent. Für die größere Gruppe von 20.821 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 6,2 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 34.592 Menschen und 10,2 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Recklinghausen trifft. 2.573 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (231 mehr als im Vormonat), 10.637 sind 50 Jahre oder älter. 14.029 Menschen und damit 49 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 10.348 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 2.328 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Recklinghausen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Seit 2015 hat sich die Lage im Kreis Recklinghausen entspannt: von 10,6 auf 8,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 7,9 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 28.709 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Recklinghausen?

Die Zahl ist gestiegen: 222 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Recklinghausen Insolvenz an, nach durchschnittlich 150,2 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 263 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.