Am Arbeitsmarkt im Rheingau-Taunus-Kreis hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 5.228 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 79 mehr als im Juni. Mit 5,1 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Hessen von 6,0 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich kaum etwas bewegt: 4 Arbeitslose mehr als im Juli 2025 entsprechen einem Plus von 0,1 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.996 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,0 Prozent. Für die größere Gruppe von 3.232 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,2 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.569 Menschen und 6,4 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis trifft. 605 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (56 mehr als im Vormonat), 1.847 sind 50 Jahre oder älter. 2.219 Menschen und damit 42 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 2.409 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 184 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Rheingau-Taunus-Kreis ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 4,3 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 5,1 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 3,9 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 5.166 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Rheingau-Taunus-Kreis?
Auffällig ist die Zahl nicht: 32 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Rheingau-Taunus-Kreis entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 29,6 Fällen liegt. Unter dem Strich kamen 26 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Hessen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.