Am Arbeitsmarkt im Kreis Roth hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 1.759 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 59 mehr als im Juni. Mit 2,4 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Bayern von 4,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 57 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 3,1 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.134 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 1,5 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 625 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 0,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 2.176 Menschen und 2,9 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Roth trifft. 207 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (48 mehr als im Vormonat), 684 sind 50 Jahre oder älter. 374 Menschen und damit 21 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 370 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 184 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Roth in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Roth bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 2,8 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 2,5 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (2,0 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (2,8 Prozent) liegen 0,8 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 1.836 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Roth?
Die Zahl ist gestiegen: 30 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Roth Insolvenz an, nach durchschnittlich 16,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 101 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Bayern im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.