Arbeitslosenquote in Rottweil im Juli 2026: spürbar gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Kreis Rottweil hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 2.751 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 56 mehr als im Juni. Mit 3,4 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,6 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 143 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 4,9 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.619 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,0 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 1.132 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,4 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 3.296 Menschen und 4,0 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Rottweil trifft. 314 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (36 mehr als im Vormonat), 965 sind 50 Jahre oder älter. 623 Menschen und damit 23 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 924 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 176 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Rottweil in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Im Landkreis Rottweil ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 2,9 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 3,5 Prozent; am günstigsten war die Lage 2018 mit 2,2 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 2.870 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Rottweil?

Die Zahl ist gestiegen: 29 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Rottweil Insolvenz an, nach durchschnittlich 20,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 279 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.