Am Arbeitsmarkt im Kreis Soest hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 10.810 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 339 mehr als im Juni. Mit 6,2 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 231 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 2,2 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 4.626 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,7 Prozent. Für die größere Gruppe von 6.184 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,6 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 12.966 Menschen und 7,4 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Soest trifft. 1.103 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (155 mehr als im Vormonat), 3.998 sind 50 Jahre oder älter. 3.887 Menschen und damit 36 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 3.093 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1.081 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Soest in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Kreis Soest bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 6,1 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 6,0 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (5,0 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (6,1 Prozent) liegen 1,1 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 10.394 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Soest?
Die Zahl ist gestiegen: 84 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Soest Insolvenz an, nach durchschnittlich 55,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 186 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.