Die Zahl der Bafög-Empfänger sinkt weiter dramatisch ab. Das Bundesforschungsministerium rechnet für 2027 im Durchschnitt mit nur noch 278.000 geförderten Studierenden. Diese Prognose basiert auf Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und geht aus Antworten des Ministeriums auf Anfragen der Grünen-Bundestagsabgeordneten Paula Piechotta hervor, wie die Rheinische Post berichtet.
Dabei zeigt sich das volle Ausmaß der Entwicklung im Vergleich zu früheren Jahren: 2025 erhielten noch knapp 300.000 Studierende Bafög, 2024 waren es sogar mehr als 326.000. Ein Blick zurück zeigt die langfristige Tragweite: Im Jahr 2003, dem ersten vollen Wirkungsjahr der damaligen Bafög-Reform, gab es 325.000 Bafög-Empfänger – obwohl die Gesamtzahl der Studierenden bundesweit damals deutlich niedriger ausfiel als heute.
Die Zahlen verdeutlichen, dass der Abwärtstrend anhält. Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) geht davon aus, dass die Bafög-Novelle 2027 zu 278.000 Geförderten führt. Ohne diese Reform wären es laut dem Ministerium nur 256.000 gewesen. Für 2026 liegt bislang noch keine Prognose vor.
Piechotta kritisiert die Entwicklung scharf. Sie argumentiert, dass zwar kluge Forschungsförderung Erkenntnis und Innovationen bringe – diese müssten aber auch durch entsprechend viele kluge Menschen umgesetzt werden. Deshalb müsse die Förderung von Bildungsaufstieg bei Ministerin Bär endlich Schwerpunkt und Herzensthema werden. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es entscheidend, dass das Bafög so ausgestaltet wird, dass sich junge Menschen ein Studium auch leisten können. Nur so könne Deutschland genügend Fachkräfte für zukunftsweisende Aufgaben – von Mondmissionen bis zur Erringung von Technologieführerschaften – bereitstellen.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur