Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Hamburg sind am Montagmorgen in den Geschäftsräumen der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufgesucht und haben mit einer Durchsuchung der Redaktion gedroht. Die Zeitung musste daraufhin Tonaufzeichnungen von Interviews im Zusammenhang mit dem Podcast „House of Block“ herausgeben.
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert das Vorgehen der Hamburger Justiz scharf. „Das Vorgehen der Behörden exakt zum Auftakt der Hamburger Woche der Pressefreiheit wirft schwerwiegende Fragen zum Schutz journalistischer Arbeit auf“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Journalistische Interviews dürften nicht ohne Weiteres zum Ermittlungsinstrument der Strafjustiz werden.
Beuster betont: Wer mit Journalisten spricht, muss darauf vertrauen können, dass vertrauliche Gesprächsinhalte nicht gegen den Willen der Redaktion für andere Zwecke verwendet werden. Das Redaktionsgeheimnis und der Schutz journalistischer Quellen seien tragende Säulen der Pressefreiheit.
Wie die „Zeit“ mitteilt, stammt der entsprechende Erlass von der Großen Strafkammer des Landgerichts Hamburg. Die Kammer verhandelt über den Block-Prozess und suchte nach „Beweismitteln“. Auch verlangten die Ermittler angebliche Vertragsunterlagen der Interviewten mit der „Zeit“. Nach Angaben der Redaktion gibt es einen solchen Vertrag aber nicht.
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Autor: dts Nachrichtenagentur