Das Polizeipräsidium Freiburg warnt vor einer Zunahme von Anrufbetrügereien. Insbesondere in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut versuchen Kriminelle in den vergangenen Wochen vermehrt, per Telefon hohe Vermögenssummen zu erbeuten.
Die Betrüger geben sich gegenüber ihren Opfern — vorwiegend ältere Menschen — aus und schildern erfundene Notfallsituationen. In der häufigsten Variante behaupten die Anrufer, dass ein naher Angehöriger einen schweren oder tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben soll. Zur vermeintlichen Abwendung einer Untersuchungshaft müsse eine Kaution gezahlt werden. Die Kriminellen setzen ihre Opfer dabei unter erheblichen emotionalen Druck.
Eine zweite Betrugsmasche funktioniert nach demselben Muster, nur mit anderer Fassade: Anrufer geben sich als Ärzte aus und behaupten, dass ein Familienmitglied eine lebenswichtige medizinische Behandlung benötige. Sie fordern hohe Geldsummen für angeblich notwendige Medikamente.
Am Montag, 21. September 2026, wurde eine 90-Jährige aus Steinen Opfer dieser Masche. Die Täter behaupteten, dass eine nahestehende Familienangehörige schwer an Krebs erkrankt sei und dringend ein teures Medikament aus dem Ausland benötige. Um zusätzlichen emotionalen Druck aufzubauen, spielten die Betrüger auch Stimmen von angeblichen Enkelkindern ein. Durch dieses professionelle Auftreten gelang es ihnen, die 90-Jährige zu überzeugen. Bei der anschließenden Übergabe erbeuteten sie Wertgegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro.
Zwar gelingt es der Kriminalpolizei immer wieder, Tatverdächtige festzunehmen und Geldübergaben zu verhindern — dennoch kommt es regelmäßig zu vollendeten Anrufstraftaten mit hohen Vermögensschäden für die Opfer.
Tipps der Polizei zum Schutz:
Die Polizei empfiehlt mehrere Maßnahmen: Legen Sie sofort auf, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt — das ist nicht unhöflich, sondern gibt Ihnen Zeit zum Durchatmen und Nachdenken. Kontaktieren Sie den Anrufer oder eine Person Ihres Vertrauens danach unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer.
Geben Sie niemals Informationen über Ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse preis und übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte. Informieren Sie sofort die Polizei unter der Nummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer geworden sind.
Bereiten Sie sich gedanklich auf solche Anrufe vor und vereinbaren Sie innerhalb der Familie oder mit Angehörigen und Freunden ein Kennwort zur gegenseitigen Identifizierung am Telefon. Ändern Sie Ihren Telefonbucheintrag, indem Sie Ihren Vornamen kürzen oder streichen lassen — gegebenenfalls löschen Sie Ihren gesamten Eintrag. Seien Sie sparsam mit der Weitergabe Ihrer persönlichen Daten.
Weitere Tipps zum Schutz vor Betrügereien finden Sie auf der Website der Polizei unter www.polizei-beratung.de.
Betrugsfälle in Baden-Württemberg: der Vergleich mit dem Bund
Die Polizei zählte 2025 landesweit 74.294 Betrugsfälle, das sind 661 auf 100.000 Einwohner. Damit steht Baden-Württemberg besser als der Bundesdurchschnitt, wo 770 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gezählt wird Betrug nach den §§ 263 ff. StGB.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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