Im Rheinisch-Bergischen Kreis haben Betrüger in den vergangenen Tagen vier Senioren um Bankkarten und Schmuck gebracht. Die Polizei warnt vor perfiden Maschen, bei denen sich Unbekannte als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte ausgeben.
Eine 83-Jährige aus Heidkamp reagierte zunächst richtig. Gegen 11:50 Uhr rief ein unbekannter Mann an und gab vor, ein Bankmitarbeiter zu sein. Er behauptete, jemand wolle Geld vom Konto der Seniorin abheben. Um das zu verhindern, verlangte er ihre Bankkarte und ihren PIN-Code. Die Frau gab ihm den PIN. Dann erklärte der Anrufer, ein anderer Mitarbeiter würde die Karte bei ihr abholen. Die Seniorin wurde misstrauisch und fragte ihre Nachbarin um Rat. Diese erkannte den Betrug sofort. Bei einem nächsten Anruf übernahm die Nachbarin das Gespräch — daraufhin gaben die Betrüger auf.
Eine 71-Jährige aus Heidkamp hatte weniger Glück. Gegen 12:30 Uhr rief ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an und behauptete, es seien fehlerhafte Abbuchungen vom Konto erfolgt. Man benötige ihre Bankkarte, um das Problem zu lösen. Ein Mitarbeiter werde sie abholen. Der Anrufer ließ nicht locker und hielt die Seniorin in Gespräche verwickelt. Um 13:00 Uhr klingelte es an ihrer Haustür. Die Frau übergab ihre Bankkarte an eine unbekannte Frau. Als sie später ihre Bankfiliale besuchte, stellte sich heraus, dass bereits ein mittlerer dreistelliger Betrag abgebucht worden war. Die Bank sperrte die Karte sofort. Die Abholerin war der Seniorin zufolge etwa 35 bis 45 Jahre alt, circa 1,60 bis 1,70 Meter groß, dunkelhäutig, kräftig gebaut, mit dunklen gewellten Haaren und trug einen kurzen schwarzen Mantel.
Nach einem ähnlichen Muster wurden auch ein 83-jähriger Senior aus Overath und eine 61-Jährige aus Schildgen betrogen. Der Mann meldete sich am Montagnachmittag bei der Polizeiwache Overath. Er hatte gegen 15:15 Uhr einen Anruf erhalten, in dem sich eine Frau als Bankmitarbeiterin ausgab. Sie behauptete, es gebe eine offene Geldforderung von mehreren tausend Euro. So gelang es ihr, seinen PIN-Code zu erfahren. Auch ihm wurde gesagt, dass eine Mitarbeiterin die Karte abholen werde — und dass er die ganze Zeit am Telefon bleiben solle. Der Senior übergab die Karte der Abholerin. Diese Frau war etwa 40 Jahre alt, circa 1,60 bis 1,65 Meter groß, schlank, mit schwarzen, schulterlangen Haaren und dunkler Kleidung.
In Schildgen rief ein Unbekannter an und gab sich als Polizeibeamter aus. Er erzählte der 61-Jährigen, dass es in ihrer Nähe vermehrt zu Einbrüchen gekommen sei. Man wolle sicherstellen, dass ihre Wertsachen sicher seien. Ein Kollege werde vorbeikommen und die Wertgegenstände entgegennehmen. Kurz darauf klingelte tatsächlich ein Mann an ihrer Haustür. Er zeigte einen vermeintlichen Dienstausweis. Die Frau übergab dem falschen Polizisten mehrere Silberbesteck-Sets und eine größere Menge Goldschmuck. Als sie den Betrug bemerkte, erstattete sie Anzeige.
So schützen Sie sich vor Betrügern
Die Polizei warnt: Geben Sie niemals Ihren PIN preis — weder Bankmitarbeiter noch Polizeibeamte fragen per Telefon danach. Übergeben Sie Ihre Bankkarte niemals an Unbekannte. Banken schicken keine Mitarbeiter zum Abholen von Karten. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen; beenden Sie das Gespräch einfach. Rufen Sie stattdessen selbstständig Ihre Bank oder die Polizei an. Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung und geben Sie niemandem Wertsachen. Die Polizei nimmt weder Bargeld noch Schmuck oder andere Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung entgegen. Bei Fragen wenden Sie sich an das Fachkommissariat für Kriminalprävention: Telefon 02202 205-444 oder E-Mail gl.kriminalpraevention@polizei.nrw.de.
Wie sich die Zahlen entwickelt haben
Gegenüber 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle in Nordrhein-Westfalen um 4,6 Prozent verändert, sie ist gesunken. Gezählt wurden 2025 insgesamt 170.651 Fälle. Aufgeklärt wurden davon 59,1 Prozent, bundesweit 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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