Eine 66-jährige Frau aus Ostholstein ist in der vergangenen Woche Opfer eines raffinierten Betrugs geworden. Ein Unbekannter gab sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus und brachte die Frau dazu, zunächst einen fünfstelligen Bargeldbetrag zu übergeben. Bei dem Versuch einer zweiten Geldübergabe konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen.
Alles begann am 3. September gegen Mittag mit einem Anruf auf dem Mobiltelefon der 66-Jährigen. Der Anrufer stellte sich als Mitarbeiter ihrer Bank vor und erkundigte sich nach dem Vermögen der Frau und ihres Ehemannes. Am Nachmittag desselben Tages meldete sich der angebliche Bankmitarbeiter erneut. Er teilte mit, dass man die Bargeldbestände überprüfen müsse. Daraufhin übergab die Frau noch am gleichen Tag einen Umschlag mit Geld an einen ihr unbekannten Mann an einem zuvor verabredeten Treffpunkt in der Straße Hammersberg in Ratekau.
Eine Zeugin beobachtete die Geldübergabe zufällig und beschrieb den Abholer als Mann mit Glatze und langem, weißem Bart, der ein auffälliges rosa T-Shirt trug.
Neben der Bargelübergabe überwies die 66-Jährige auch noch einen niedrigen vierstelligen Betrag auf ein unbekanntes Konto. Der Anrufer vereinbarte mit ihr zudem eine weitere Geldübergabe für die folgende Woche.
Nachdem die Frau ihren Sohn ins Vertrauen gezogen hatte, wurde ihr bewusst, dass sie Opfer eines Betruges geworden war. Gemeinsam vereinbarten sie mit dem Anrufer, dass die nächste Übergabe am 8. September um Dienstagvormittag bei der Polizeiwache in Bad Schwartau stattfinden sollte – in der Hoffnung, den Betrüger zu stellen.
Die Polizei war vorbereitet. Bei der geplanten Übergabe konnte ein 27-jähriger Ukrainer aus Hamburg vorläufig festgenommen werden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die Kriminalpolizei Bad Schwartau ermittelt wegen des Verdachts des Betruges weiter.
Tipps der Polizei zum Schutz vor Betrügern:
Die Polizei warnt vor dieser Masche und gibt wichtige Verhaltenstipps: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder zu kurzfristigen Entscheidungen verleiten. Kontaktieren Sie Ihre Bank und hinterfragen Sie Forderungen. Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über persönliche Verhältnisse, Daten oder Ihre finanzielle Situation. Seien Sie skeptisch gegenüber fremden Personen. Lassen Sie sich vom Anrufer die Telefonnummer geben und überprüfen Sie diese – rufen Sie dann unter einer Ihnen bekannten Nummer an. Bewahren Sie keine großen Bargeldbeträge zu Hause auf. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.
Betrugsfälle in Schleswig-Holstein: der Vergleich mit dem Bund
Die Polizei zählte 2025 landesweit 17.745 Betrugsfälle, das sind 600 auf 100.000 Einwohner. Damit steht Schleswig-Holstein besser als der Bundesdurchschnitt, wo 770 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gezählt wird Betrug nach den §§ 263 ff. StGB.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Schleswig-Holstein
Auch aus Schleswig-Holstein:
Mehr Polizeimeldungen: