Seit dem Wochenende häufen sich in den Kreisen Segeberg und Pinneberg Betrügereien am Telefon. Besonders in den Bereichen Uetersen und Ellerau melden sich Unbekannte bei Menschen an und geben vor, Polizeibeamte oder Ärzte zu sein. Sie behaupten, ein Angehöriger sei in einen Unfall verwickelt und könne durch eine Kaution eine Strafe abwenden – oder es sei ein hoher Geldbetrag für eine spezielle medizinische Versorgung notwendig. All das ist erfunden.
Die Polizei warnt: Es handelt sich um Betrug. Die Anrufer versuchen, ihre Opfer unter Druck zu setzen und zu schnellen Entscheidungen zu verleiten. Oftmals verfügen die Betrüger über Detailwissen, das verunsichert die Bürger zusätzlich. Am Ende sollen die Angerufenen Bargeld besorgen und es den Tätern aushändigen.
So schützen Sie sich vor Schockanrufen
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – egal, wie plausibel eine Geschichte anfangs klingt. Kontaktieren Sie Ihre Angehörigen direkt, um eventuelle Forderungen zu überprüfen. Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über persönliche Daten oder Ihre finanzielle Situation. Übergeben Sie Bargeld oder Wertgegenstände nie an fremde Personen, weder an Ihrer Haustür noch an einem anderen Ort.
Bewahren Sie große Bargeldbeträge nicht zu Hause auf. Seien Sie grundsätzlich skeptisch gegenüber Fremden. Die Polizei verlangt am Telefon niemals Überweisungen oder die Übergabe von Bargeld – auch nicht in Form einer Kaution. Diese Zahlungsform ist in Deutschland nicht üblich.
Wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten: Fragen Sie nach dem vollständigen Namen des anrufenden Polizisten, seinem Dienstort und einer Rückrufnummer. Legen Sie dann auf und rufen Sie die Polizei selbst unter 110 an oder wenden Sie sich an die nächstgelegene Dienststelle.
Die Polizei appelliert besonders an ältere Menschen, bei solchen Anrufen hellhörig zu werden und sofort die Behörde zu informieren. Jüngere Familienangehörige sollten ihre älteren Verwandten und Bekannten für das Thema sensibilisieren.
Wer unsicher im Umgang mit Schockanrufen ist, kann sich an jede örtliche Polizeidienststelle wenden oder das Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Bad Segeberg kontaktieren: Bad Segeberg unter 04551 884-2141, Pinneberg unter 04101 2020. Auch Mitarbeiter von Geldinstituten erhalten dort Hinweise. Weitere Sicherheitstipps für Senioren bietet die Landespolizei Schleswig-Holstein auf ihrer Homepage sowie die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.
Wie die Nachbarkreise dastehen
Im Landkreis Schleswig-Flensburg kamen 2025 auf 100.000 Einwohner 514 Betrugsfälle. Am höchsten fällt der Wert unter den Nachbarkreisen in Flensburg aus: 637 Fälle je 100.000 Einwohner. Landesweit sind es 600.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts 2025; Kreisgrenzen © GeoBasis-DE / BKG (2026).
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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